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11.06.2008  | Aktualisiert 24.06.2008, 14:40 Uhr 

In einem faszinierenden Kampf der Systeme operierten die Tschechcen fortan weiter mit hohen Bällen und direktem Spiel, während die Portugiesen nun häufiger lange Ballstafetten zu Wege brachten. Zu Torchancen kamen sie bis zur Pause allerdings nur noch durch Distanzschüsse, von Deco und immer wieder von Cristiano Ronaldo. Mit links zog er ab, mit rechts versuchte er es, und auch per Freistoß. Jeweils fand er in Petr Cech seinen Meister.

Portugal war nicht zufrieden mit sich, im Kabinengang gestikulierte Deco zum Ende der Halbzeitpause wild mit seinen Mittelfeldkollegen. Der kleine Spielmacher mag bei seinem Verein FC Barcelona an Bedeutung verloren haben, angeblich auch wegen nächtlicher Zechtouren – bei Portugal ist er immer noch der Chef. Von seinen Füßen entsprangen die meisten gefährlichen Aktionen, wie in der 58. Minute, als Simao nach Decos Zuspiel an Cech scheiterte.

Nur logisch, dass Deco auch an der neuerlichen Führung beteiligt war. Einen klugen Diagonalpass von Joao Moutinho passte er von rechts mit der Pike nach innen – und dann fiel es endlich, das erste Turniertor des besten Fußballers der Welt. Cristiano Ronaldo beförderte den Ball per Direktabnahme von der Strafraumgrenze ins Netz (68.).

Das Spiel war damit aber längst nicht gelaufen, treu ihrem Stil kamen die Tschechen vor allem bei hohen Bällen zu exzellenten Möglichkeiten und hatten dabei in dem unsicheren portugiesischen Keeper Ricardo einen kongenialen Allierten. Bereits kurz vor dem Rückstand hatte Kapitän Ujfalusi eine Ecke nur knapp am Tor vorbei geköpft, wenig später blieb Grygeras Drehschuss an einem gegnerischen Bein hängen. In der 73. Minute dann trieb Brückner sein System auf die Spitze: Er brachte den 2,02-Meter-Hünen Jan Koller. Kurioserweise besaß die beste Kopfballgelegenheit aber wieder der kleine Sionko. Doch Ricardo ist auf der Linie ein präsentabler Tormann – er lenkte den Ball über die Latte.

Vielleicht hätte Brückner eben doch lieber Vaclav Sverkos bringen sollen, jenen Stürmer, der in seinem ersten Länderspiel gegen die Schweiz besagte einzige Chance verwandelt hatte. Am Ende jedenfalls wurde Brückner („Die Portugiesen spielen spektakulär, aber das heisst nicht, dass sie gewinnen“) doch widerlegt. Nach einem ziemlich spektakulären Sprint von Ronaldo und einem uneigennützigen Abspiel erhöhte Quaresma in der Nachspielzeit sogar noch auf 3:1.

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