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20.06.2008 

Auch gegen die überlegenen, aber nicht überzeugenden Kroaten kamen die Türken erst spät in Fahrt. Die als Duell der Leidenschaft apostrophierte Begegnung reichte aber über die gesamte Spielzeit bei weitem nicht an die Qualität der Partie Deutschland gegen Portugal am Vorabend heran. Kroatiens Fußball-Minimalisten verließen sich einmal mehr auf ihre gut organisierte Abwehr und vermieden bis auf einige Vorstöße über die linke Seite ein allzu großes Risiko. Da auch bei den Türken nach vorne nicht viel zusammenlief, entwickelte sich ein enttäuschendes Spiel. Immer wieder wurde der zweifache Turnier-Torschütze Nihat mit langen Bällen gesucht, doch gegen die Bundesliga-erfahrenen Robert Kovac und Josip Simunic konnte sich der Angreifer vom FC Villarreal nicht entscheidend durchsetzen.

Das erste Achtungszeichen setzte Hamit Altintop, der offensiver ausgerichtet als zuletzt im zentralen Mittelfeld spielte. In der 5. Minute flog ein Versuch des Bayern-Profis aus gut 20 Metern knapp am kroatischen Tor vorbei. Der 25-Jährige war einmal mehr auffälligster Akteur auf türkischer Seite, fand jedoch für seine Bälle zu selten einen Abnehmer.

Auf der Gegenseite leitete ein Ballverlust von Sabri die erste Möglichkeit für Bilic' Elf, doch Darijo Srna kam bei der Flanke des Schalkers Ivan Rakitic einen Schritt zu spät (6.). Zwölf Minuten später hatten die kroatischen Fans bereits den Torschrei auf den Lippen, doch Ivica Olic vom Hamburger SV brachte das Kunststück fertig, den Ball aus vier Metern Entfernung an die Latte zu schießen. Der 35-jährige Rüstü, der den rot-gesperrten Volkan im türkischen Tor vertrat, hätte in dieser Szene keine Chance gehabt.

Lethargie verfliegt erst spät

Sein kaum beschäftigtes Gegenüber Stipe Pletikosa wäre in der 38. Minute beinahe von einem 35 Meter-Schuss von Mehmet Topal überrascht worde, der haarscharf am Winkel vorbeistrich. Kurz davor hatten die Türken vergeblich einen Elfmeter reklamiert, nachdem Simunic seinen Gegenspieler Tuncay im Strafraum unsanft von den Beinen geholt hatte.

Mit seinem Zögern gegen Olic (51.) machte Rüstü kurz nach Wiederbeginn deutlich, dass er seinen Leistungszenit bereits überschritten hat. Der HSV-Stürmer konnte jedoch auch aus dieser unverhofften Gelegenheit kein Kapital schlagen.

In der letzten halben Stunde verflachte die Partie zusehends, weil beide Mannschaften ihre Offensivbemühungen noch weiter einschränkten. Mit „Immer wieder Österreich“-Gesängen machte ein Großteil der neutralen Fans seinem Unmut über das schwache Spiel Luft. Erst sechs Minuten vor Ende der regulären Spielzeit erwachte die Partie aus ihrer Lethargie, als Rüstü einen Freistoß von Srna bravourös entschärfte.

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