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10.06.2008 

Die Idee für die Studie war den Forschern 2006 vor dem Fernseher gekommen, als den überforderten Schweizern beim Elfmeterschießen im WM-Achtelfinale gegen die Ukraine kein einziger Treffer gelang. Tatsächlich stellten die Ökonomen fest: Wenn Profis gegen Amateure spielen, verschießen sie die entscheidenden Elfmeter deutlich öfter als sonst.

"Das könnte daran liegen, dass sie ohnehin schon mutlos sind, weil sie nicht eher gewonnen haben", sagt Marc Lenz. Darüber hinaus versagen Heimteams in den späteren Runden der Pokalwettbewerbe bei den wichtigen Elfmetern häufiger - die gut gemeinte Unterstützung der eigenen Fans kann also auch zur Belastung werden. Nicht nur die Schweizer, auch die Österreicher sollten also unbedingt vermeiden, bei der EM in ein Elfmeterschießen zu kommen.



Auch wenn die Fußballforschung ernst gemeint ist, manche Projekte muten etwas skurril an: Etwa wenn ein Forscher mit den Methoden der Spieltheorie berechnet, wie oft ein einarmiger Torhüter beim Elfmeter in die handlose Ecke springen sollte. Oder wenn ein anderer vorschlägt, die Stärke eines Teams am durchschnittlichen Abstand zum eigenen Tor im Moment der Balleroberung zu messen. Ein Teilnehmer der Konferenz wagte sich sogar an die Frage, um wie viel ein englischer Erstligist seinen Etat erhöhen müsste, um am Ende der nächsten Saison einen Punkt mehr zu haben: ziemlich genau 500 000 Pfund nämlich.

Wer gerne mit Aktien spekuliert, sollte sich die Studie von Michael Kirchler ansehen. Er und seine Kollegen konnten feststellen, dass der Börsenkurs eines Ausrüsters auch dann eindeutig steigt, wenn zwei seiner Teams gegeneinander spielen. "Wir Finanzmarktforscher wundern uns darüber", sagt Kirchler, "denn so ein Spiel bringt ja keine neuen Informationen über die Firma." Für Adidas - Aktionäre wäre es jedenfalls optimal, wenn das EM-Endspiel von Deutschland und Frankreich bestritten würde - denn beide tragen Trikots des deutschen Ausrüsters.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Partien der Deutschen nicht von Kyros Vassaras aus Griechenland gepfiffen werden. Die britischen Ökonomen Peter Dawson und Stephen Dobson stellten nämlich fest, dass griechische Schiedsrichter die meisten Gelben und Roten Karten verteilen.

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