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19.06.2008 

Der Erfolg lässt sich messen. Und ein für seine Knausrigkeit bekannter Konzern wie Conti überlässt selbstredend nichts dem Zufall. Dank des Sponsorings, nicht zuletzt bei der Weltmeisterschaft 2006, ist der Bekanntheitsgrad der Reifenmarke in den wichtigsten europäischen Märkten in den vergangenen Jahren um fünf bis acht Prozent gestiegen und der Abstand zu den Konkurrenten Pirelli und Dunlop geschrumpft.

"Derzeit zielen wir vor allem auf Südeuropa und Osteuropa. Dort liegen die Zukunftsmärkte für Premiumreifen", sagt Hippe. Das Polen-Spiel der deutschen Mannschaft etwa habe da sehr geholfen. "Den Rückenwind müssen wir nun in Verkäufe umsetzen", fordert der Reifenmanager von seiner Verkaufsmannschaft. Bestätigung kommt von Marketingprofessor Burmann: "Fußball als Transportmedium ist besonders für Osteuropa eine gute Wahl. Dort ist das Image des Sports sehr hochwertig."

Natürlich ist ein solches Fußballereignis auch ein guter Anlass, um Geschäfte zu machen, gibt Continental freimütig zu. "Die Mehrzahl unserer Kunden sind unabhängige Reifenhändler, die wir einladen dürfen", sagt Hippe und verweist damit auf die rechtliche Problematik einer Einladung ins Stadion, die etwa den Energieversorger EnBW zur WM 2006 vor Gericht brachte. Das Verfahren endete mit Freispruch. "Um seine Beziehungen zu Kunden zu pflegen, braucht ein Unternehmen gar nicht eigens Sponsor zu sein. Dazu reichen auch ein paar Karten samt Programm", weiß Marketingexperte Burmann. "Der Einsatz als Sponsor lohnt sich erst, wenn ein Unternehmen langfristig dabeibleibt und sich damit die Verbindung zum Fußball verfestigt." Conti empfiehlt er deshalb, unbedingt dabeizubleiben. Die Hannoveraner müssen nicht überzeugt werden: Bei der WM 2010 in Südafrika werden sie wieder Sponsor sein. "Afrika ist uns wichtig, wir wollen den Markt dort entwickeln", sagt Hippe. Für die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien hat der Konzern sich bereits eine Option gesichert.

Der Vorteil des internationalen Einsatzes: Das Unternehmen macht sich unabhängig vom sportlichen Ergebnis der eigenen Mannschaft. "Im deutschen Markt spielt das Abschneiden der deutschen Mannschaft sicher eine Rolle. In anderen Märkten zum Teil weniger", baut Hippe für den Fall eines sportlichen Misserfolges von Ballack & Co. vor.

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