Die Mobilfunkkonzerne zweifeln an der Bereitschaft ihrer Nutzer, für Handy-TV zu bezahlen. "Das Modell eines kostenpflichtigen Angebots auf Basis eines separaten TV-Signals ist schwierig", sagt der Deutschland-Chef des zweitgrößten Anbieters Vodafone, Friedrich Joussen. Er wollte das "DVB-H"-Angebot mit Werbung finanzieren.
Das Geschäftsmodell von Mobile 3.0 dagegen beruht darauf, Kunden eine monatliche Gebühr von etwa fünf Euro in Rechnung zu stellen. Das größere Problem: Mobile 3.0 verpatzte den avisierten Start zur Fußball-EM. Das Konsortium hatte sich vorgenommen, rechtzeitig in mehreren großen Städten auf Sendung zu gehen.
Verzögerungen bei der Vergabe der dafür nötigen Lizenzen führten aber dazu, dass die Ausstrahlung der Programme jetzt lediglich in vier Städten im Testbetrieb läuft. Und selbst dort können die Handy-Besitzer die Signale nicht empfangen, da es bislang in Deutschland keine "DVB-H"-tauglichen Geräte zu kaufen gibt.
Mobile 3.0-Chef Rudi Gröger gibt sich trotz allem optimistisch und verweist auf technische Nachteile von "DVB-T". Tatsächlich wurde der Standard, im Gegensatz zu "DVB-H", nicht für den mobilen Einsatz entwickelt. Die Technik in Handys einzupflanzen, galt noch bis vor einigen Monaten als höchst problematisch: Der Fernsehempfang zehrte an den Kapazitäten der Akkus. Zudem sank bei schneller Fahrt in Zügen oder Autos die Übertragungsqualität dramatisch.
Dass der koreanische Hersteller LG und dessen taiwanische Konkurrent Gigabyte die Probleme schnell in den Griff bekamen, überraschte selbst Fachleute. Im Praxis-Test der Computerzeitschrift c?t erreichte das LG-Gerät im TV-Betrieb eine Akkulaufzeit von mehr als zwei Stunden. Auch bei zügiger Fahrt blieb die Bildqualität tadellos.
