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11.06.2008 

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Bei allen anderen Werten liegt die Volatilität deutlich höher - im Schnitt bei 33 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, die maximal mögliche Auszahlungssumme zu erhalten, erscheint angesichts dieser Zahlen verschwindend gering. Anlegern bleibt da eigentlich nur noch die Hoffnung auf einen 3:2-Sieg gegen die DeutscheMannschaft. Wenn auch das nicht klappt, bietet sich immer noch der Kauf eines T-Shirts der österreichischen Designerin Stefanie Schöffmann an, die im Vorfeld der EM eine ganze Reihe von modischen Accessoires für die EM entworfen hat - mit dem Aufdruck "Zu Gast bei Verlierern". Auch die Hypo-Vereinsbank ist auf den EM-Zug aufgesprungen. Die Münchener Zertifikate-Schmiede emittierte Anfang Juni den "Champions Bond" (WKN HV08EM).

Hinter dem Namen verbirgt sich ein klassisches Rainbow-Zertifikat mit sportlichem Anreiz. Vier europäische Indizes werden über die Laufzeit von fünf Jahren miteinander verglichen: der deutsche DivDax, der italienische S&P/MIB, der österreichische ATX und der osteuropäische Cece Index, der die Kursentwicklungen von polnischen, ungarischen und tschechischen Unternehmen abbildet. Am Ende der Laufzeit wird abgerechnet: Die Gewichtung des besten Index wird dann 35 Prozent betragen, die des zweit- und drittbesten jeweils 25 Prozent und die des Index mit der geringsten Wertentwicklung 15 Prozent. Dazu gibt es eine Kapitalgarantie von 100 Prozent des Ausgabepreises - und die Hoffnung darauf, dass entweder Deutschland, Italien, Kroatien, Österreich, Tschechien, Türkei, Polen, Rumänien oder Russland neuer Fußball-Europameister 2008 wird. Dann nämlich erhöht sich die Mindestrückzahlung auf 106 Prozent. Mit anderen Worten: Bei einem Ausgabepreis von 101,50 Euro stellt Hypo Vereinsbank - mit etwas Glück eine garantierte jährliche Rendite von 0,87 Prozent in Aussicht.



Warum die Hypo-Vereinsbank ausgerechnet ein Rainbow-Zertifikat mit fünfjähriger Laufzeit mit dem EM 2008-Bapperl beklebt hat, wird aber wohl das Geheimnis ihrer Marketingabteilung bleiben. Über die kommenden fünf Jahre hinweg wird sich der Wert des Papiers nur sehr wenig verändern. Das liegt an der Konstruktion von Rainbow-Zertifikaten. Sie gewinnen erst im letzten Laufzeitjahr an Schwung. Wenn das Zertifikat dann am 05. Juni 2013 ausgezahlt wird, werden sich die meisten Anleger vermutlich nur noch recht dunkel an den Verlauf der Europameisterschaft im Jahr 2008 erinnern können. Denn zu diesem Zeitpunkt wird die Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine schon längst ausgespielt sein.

Die Europameisterschaft 2008 ist noch nicht angepfiffen, da läuft bereits die Vorbereitung der Euro 2012, die in Polen und der Ukraine stattfindet. Auch zu diesem Sportereignis hat die Erste Bank ein Zertifikat emittiert. Der Poland Winner Basket (WKN EB8PR4) kommt deutlich seriöser daher als die Cordoba-Anleihe. Das Zertifikat gibt eins zu eins die Wertentwicklung eines Aktienkorbes wieder. Dieser Basket besteht aus 20 polnischen Unternehmen, die in besonderem Maße von den Vorbereitungen der Fußball-Europameisterschaft 2012 profitieren könnten. Dazu zählen insbesondere Unternehmen der Bau- und Stahlbranche. "Im späteren Verlauf sollen dann auch der Tourismus- und Mediensektor stärker in den Blickpunkt rücken", sagt Markus Kaller von Erste Bank.

Die Zusammensetzung des Baskets soll halbjährlich, bei Bedarf aber auch öfter überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Die Österreicher setzen darauf, dass im Zuge der Vorbereitung auf die Euro 2012 viel Geld (auch viel an EU-Zuschüssen) in die Aufrüstung der polnischen Infrastruktur fließt - etwa in den Ausbau von Straßen, Schienen und Luftfahrt. Insbesondere Aktien von Infrastruktur-Unternehmen sollten davon überdurchschnittlich profitieren. Der Investment-Ansatz der Erste Bank folgt anderen erfolgreichen Beispielen.

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