Aufbauend auf den Erfahrungen in Deutschland, wo WM-Besucher 2006 im Schnitt sechs Tage im Land blieben, nahm der Sportökonom Christian Helmenstein einen Aufenthalt von vier Tagen für EM-Touristen als Grundlage für seine Berechnungen. In Deutschland hätten Stadionbesucher etwa 250 Euro am Tag ausgegeben. „Ob uns, wie es Deutschland 2006 vorgelegt hat, ein österreichisch-schweizerisches Sommermärchen gelingen wird, hängt zentral davon ab, inwieweit es gelingt, Begeisterung zu transportieren“, sagte Helmenstein.
Siegl sieht ein „gewisses Risiko“ im Wetter und der Leistung der österreichischen Kicker. „Um wirklich dieses Fest entstehen zu lassen, gehört dazu, dass die eigene Mannschaft gut spielt, sonst entsteht im Land die Stimmung nicht“, sagte er. Österreich muss in der ersten Runde gegen Deutschland, Kroatien und Polen spielen.
Deutschland habe bei der WM Österreich einiges vorgelegt. "Für uns liegt jetzt die Latte sehr hoch“, sagte Siegl. „Uns traut man die Organisation in gleichem Maße zu, aber was die Gastfreundschaft anbelangt, liegt die Erwartungshaltung wahrscheinlich noch höher.“ Für Österreich werde es da schwieriger werden, positiv zu überraschen, erklärte er.
Die oberste Vermarkterin des Landes im Tourismus, Petra Stolba, will ihre Heimat während der EM als „charmantes Land, das zu feiern versteht“ zeigen. Sie erwartet zur EM auf ein Milliarden-Publikum, das weltweit vor Fernsehgeräten oder Riesenleinwänden bei den Spielen mitfiebert. „Es geht darum, Gäste aus aller Welt in den Alpenraum zu bekommen“, sagte die Chefin der Österreich-Werbung.
