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10.06.2008  | Aktualisiert 24.06.2008, 17:05 Uhr 

"Eine rasante Entwicklung, aber sie war auch mit viel Risiko verbunden", sagt Roswandowicz. Mittlerweile beschäftigt der 36-Jährige bei Screen Rent zwölf Mitarbeiter. Im Jahr stehen knapp 300 Veranstaltungen auf dem Programm. Außerdem ist Screen Rent exklusiver Partner der ECE-Gruppe, des europäischen Marktführers für Einkaufszentren.

Ein solcher Großkunde ist wie eine Lebensversicherung für Screen Rent, denn das Leinwandgeschäft verläuft sehr zyklisch. "Am Anfang hat der Winter den Gewinn aus dem Sommer immer wieder aufgezehrt", berichtet Roswandowicz. Auch die wenigen Wintersportveranstaltungen reichten nicht. Roswandowicz versuchte sich am Persischen Golf - mit Erfolg. Von Oktober bis April, wenn die Europäer lieber zu Hause im Warmen sitzen, verschifft Screen Rent einen Teil seines Equipments zu Tennis-Turnieren, Kamelrennen oder Privat-Partys nach Katar und Dubai.

Der Markt für den Verleih von Großbildleinwänden ist überschaubar. Zu den Marktführern gehören international tätige Unternehmen wie XL Video mit 70 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2007. Zur Fußball-EM stattet XL Video rund 30 "Public Viewing"-Standorte in Deutschland, Österreich und der Schweiz aus. "Wir freuen uns, dass die Nachfrage zur Euro 2008 genauso hoch ist wie zur WM 2006", sagt Denis Papin, Geschäftsführer von XL Video Deutschland. Bislang sind 1 000 Lizenzen bei der Uefa beantragt worden, etwa so viele wie vor zwei Jahren. Screen Rent betreut 23 Veranstaltungen - etwa in Berlin, Wien und Zürich.

Und natürlich Neuss. Ein Kranwagen bringt sich auf der Galopp-Rennbahn in Position. "Los geht's!" ruft Grzelachowski in Richtung Führerhäuschen. Langsam wird der erste Teil der Leinwand angehoben. Die Stahlketten des Krans spannen sich, der Dieselmotor röhrt unter der Last. Oben auf dem Gerüst warten zwei Techniker. "Stopp!" brüllt einer. "Einlassen!" Behutsam navigieren die beiden die Modul-Reihe auf die Stahlträger. Nach eineinhalb Stunden steht die Leinwand fast komplett auf dem Fundament. "Das Ganze funktioniert wie Lego-Bausteine - wiegt nur mehr", sagt Grzelachowski und klettert von hinten an der Leinwand hoch. Die letzten Module empfängt er in knapp sieben Meter Höhe persönlich.

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