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10.06.2008  | Aktualisiert 24.06.2008, 17:05 Uhr 

Von vorne ist die Videoleinwand eine glatte, schwarze Fläche. Von hinten ähnelt sie einer Fadenzieh-Bude auf der Kirmes: Knapp 500 Kabel hängen nach unten. Während Nico Grzelachowski die Satellitenschüssel aufbaut, verbinden die anderen erst die Daten-, dann die Starkstromkabel. Ein Computer splittet das Signal zur Programmübertragung auf und verteilt es auf die einzelnen Module.

Als die Sonne hinter den Platanen verschwindet, beugt sich Grzelachowski über seinen Computer - und hält die Luft an. Erscheint das Testbild?

Was ein Panne beim "Public Viewing" anrichten kann, zeigt ein Blick nach Manchester: Beim Uefa-Cup-Finale Glasgow Rangers gegen Zenit St. Petersburg vor wenigen Wochen bekam die Leinwand in Piccadilly Gardens kein Signal. Die Folge: Über 200 frustrierte Schotten-Fans randalierten, 52 Menschen wurden verletzt.

Bei der WM 2006 hätte es Screen Rent auch fast erwischt - in Neuss. Beim Eröffnungsspiel Deutschland gegen Costa Rica hatte ein Kabel einen Wackelkontakt. Tausende Zuschauer wurden immer genervter. Per Telefon beriet sich Roswandowicz mit dem Techniker vor Ort. Der Bürgermeister wollte schon alle Fans nach Hause schicken. Erst als Ballack und Co. die Nationalhymne anstimmten, flackerte das Bild auf der Leinwand endlich auf.

Im Juni 2008 ist schon fünf Tage vor am Anstoß alles klar. Nico Grzelachowski atmet auf: Ein grell-rosa Testbild baut sich, Modul für Modul, von rechts nach links auf. "Wenn die Wand einmal läuft, dann läuft sie", sagt er erleichtert. Erst nach dem EM-Finale am 29. Juni wird sie wieder abgeschaltet.

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