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10.05.2008 

In den kommenden Wochen werden sich die Konzerne so richtig in Szene setzen. Vor allem Adidas drängt auf die große Bühne: In Peking rüstet das Unternehmen aus Herzogenaurach 40 000 freiwillige Helfer und 18 Olympia-Teams aus. Die EM-Endrunde ist ohne Adidas erst recht nicht vorstellbar. Aber auch Puma inszeniert sich groß als Fußballmarke und hat insgesamt fünf der 16 Teams unter Vertrag, darunter die beiden Gastgeber.

Während die Olympischen Spiele vor allem der Imagepflege dienen sollen, ist die Fußball-EM für Adidas eine echte Geldquelle. Marketing-Chef Erich Stamminger sagt: „Im Umfeld des Events zieht das Geschäft mit Bällen sowie Trikots und T-Shirts der beteiligten Mannschaften kräftig an. Auch Fußballschuhe verkaufen sich besser, weil der Sport wochenlang Mittelpunkt des täglichen Lebens ist und viele Jugendliche hinterher in die Vereine gehen.“

Wie der Sportausrüster am vergangenen Dienstag bekannt gab, konnte der Gewinn im ersten Quartal des Jahres deutlich gesteigert werden. Der Konzerngewinn verbesserte sich um 32 Prozent auf 169 Millionen Euro. Angesichts solcher Zahlen kann es Adidas verschmerzen, dass die französische Fußball-Nationalmannschaft dem fränkischen Unternehmen den Rücken kehrt und künftig für 40 Millionen Euro im Jahr vom schärfsten Rivalen Nike ausgestattet wird. Stamminger ist zuversichtlich, dass die Verkaufszahlen im Umfeld der EM sogar das WM-Jahr 2006 übertreffen. „Wir haben die Partnerschaften mit den Händlern erneut verbessert. Außerdem wird Fußball auf der ganzen Welt immer beliebter. Das hilft uns natürlich.“

Sowohl Adidas als auch Puma wollen in diesem Jahr jeweils 150 neue Mitarbeiter in Deutschland einstellen. Drei Viertel der Stellen werden von Akademikern besetzt. Bevorzugte Fachrichtungen: Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsinformatik, Sport und Sportökonomie sowie (Mode-)Design.

Mag der Dax-Konzern Adidas auch der Tradition verpflichtet sein und seine Zentrale im beschaulichen Herzogenaurach liegen, gedacht wird international. Businesssprache ist Englisch. Kein Wunder, von den weltweit 31 300 Mitarbeitern arbeiten gerade mal 3 200 in Deutschland. Chancen herumzukommen, bieten – unabhängig von der Fußball-EM – aber nicht nur die global tätigen Ausrüster ihren Mitarbeitern. Christian Kortmann zum Beispiel ist neuerdings in Asien, genauer: in Schanghai. Dort sitzt der 29-Jährige im Büro der Münchener Agentur Avantgarde und plant Werbe- und Promotionveranstaltungen für Weltmarktführer Nike.

Auch der US-Konzern will sich in Peking der Weltöffentlichkeit von seiner besten Seite präsentieren. Kortmann hat an der Deutschen Sporthochschule (DSHS) in Köln Sportwissenschaften mit Schwerpunkt Ökonomie und Management studiert und arbeitet seit vier Jahren für Avantgarde. „Im vergangenen Sommer habe ich mit meinen Chefs darüber gesprochen, dass ich mich beruflich verändern möchte“, sagt Kortmann. „Als dann das Angebot kam, nach China zu gehen, habe ich nicht gezögert.“

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Die Verbindung von Sport und Wirtschaft ist heute selbstverständlich

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