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10.05.2008 

Das Studium in Bayreuth umfasst drei Bereiche: Wirtschaft, Sport und Recht. „Unser Drei-Säulen-Konzept ist hierzulande einzigartig“, sagt Woratschek und verweist auf die große Nachfrage aus der Wirtschaft. Die Absolventen aus Bayreuth stehen hoch im Kurs. Das Alumni-Netzwerk der „Spökos“ tut sein Übriges, um Kontakte zu den Unternehmen, Vereinen und Verbänden herzustellen. 70 Studienplätze werden jährlich neu besetzt. Jobs wie bei Adidas, Nike oder in der Fußball-Vermarktung klingen verlockend und scheinen Glamour zu versprechen.

Doch den Traumjob findet dennoch nicht jeder Interessent. „Man kann von einer Zweiklassengesellschaft sprechen“, sagt Ulrich Semblat. Er ist Vorstandsvorsitzender des Verbandes für Sportökonomie und Sportmanagement in Deutschland (VSD) und beobachtet den Markt seit Jahren. „Die Stellen bei den großen Unternehmen und Profi-Klubs sind heiß begehrt. Aber Positionen bei kleineren Vereinen bleiben schon mal länger unbesetzt“, sagt Semblat. „Das erscheint vielen Sportmanagern nicht so attraktiv.“

Wer angesichts der Millionengehälter der prominenten Profis auf überdurchschnittliche Gehälter hofft, wird enttäuscht. Denn im Sportbusiness wird – im besten Fall – durchschnittlich gezahlt. Experte Kraemer schätzt, dass Berufseinsteiger verglichen mit anderen Branchen zehn bis 15 Prozent weniger Gehalt bekommen. Personalberater Nils Richter von Michael Page: „Ein BWLer verdient anfangs in der Sportartikelindustrie zwischen 2 500 und 3 000 Euro brutto im Monat. Bei Banken, in der Pharma- oder Automobilbranche wird sicher besser bezahlt.“ Erst Berufserfahrung und damit Personalverantwortung macht sich im Gehalt deutlich bemerkbar.

Diesbezüglich haben die Münchner Mirko Janetzke, Joachim Weissenbacher und Lars Grundmeier noch viel vor. Während Medien-Informatiker Janetzke, 26, für die Impire AG neue Fußball-Software entwickelt, mit der Zuschauer zuhause am Bildschirm mit Statistiken zu Elfmetern und Fouls der Bundesliga und der Europameisterschaft versorgt werden, arbeiten Grundmeier und Weissenbacher beim Deutschen Sport Fernsehen (DSF).

„Die Atmosphäre hier ist super, und man erlebt viele Sportler hautnah“, sagt Grundmeier. Wenn die Themen für die Sendungen „DSF Aktuell“ und „Bundesliga Aktuell“ besprochen werden, ist der Medienwissenschaftler hautnah dabei: Er erstellt die Teaser, also die Einspielfilme, die dem Zuschauer vor und nach den Werbeblöcken Appetit auf die Sendungen machen sollen. „Dafür muss man knackig texten können.“ Auch als Reporter bei Bundesliga-Spielen war er schon im Einsatz. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt Grundmeier. „Besser konnte es nicht laufen.“

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