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23.06.2008 

Die Siemens-Beschäftigten können dank flexibler Arbeitszeiten beim Halbfinale mitfiebern. Dort, wo im Schichtsystem in der Fertigung gearbeitet werde, gebe es meist Aufenthaltsräume mit Fernsehern. Nur müssten sich die Beschäftigten absprechen, wer zwischendurch vor den Fernseher gehe. Etwaige Fehlzeiten könnten anschließend nachgearbeitet werden.

Die chemische Industrie sieht da weniger Spielraum. "Wir sind nicht mit der Automobilindustrie vergleichbar", sagte eine Sprecherin des Chemiekonzerns Bayer. "Das muss kontinuierlich laufen", fügte sie hinzu. Anlagen des Leverkusener Konzerns seien auch Weihnachten durchgehend in Betrieb.

Ein ähnliches Bild ergibt sich beim Düsseldorfer Waschmittel- und Klebstoffhersteller Henkel, bei dem Chemikalien ebenfalls eine große Rolle spielen. "Es gibt Anlagen, die 24 Stunden am Tag gefahren oder überwacht werden", sagte ein Henkel-Sprecher. Auch er verwies auf die grundsätzliche Möglichkeit für Mitarbeiter, Schichten zu tauschen.

Beim weltweit drittgrößten Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer in Würzburg muss die Spätschicht während der Halbfinalpartie nicht arbeiten. "Die Mitarbeiter haben die Möglichkeit, in der Kantine auf einer Leinwand das Spiel zu verfolgen", sagte ein Sprecher. Allerdings müsse diese Zeit vor- oder nachgearbeitet werden.

Beim Konkurrenten manroland, der Nummer zwei in der Welt, am Standort Offenbach haben fußballbegeisterte Mitarbeiter die Möglichkeit, Urlaub oder Gleitzeit zu nehmen. "Die Schicht fällt aber nicht aus", sagte ein Sprecher, es gebe ja auch den einen oder anderen, der sich nicht für Fußball interessiere.

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