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29.08.2008 
Falkensteins Weinprobe

Evas Labsal

von Pit Falkenstein

Nach einer Schmach gründen schwäbische Winzerinnen einen Kreis, der Weine von alten Reben und mit einem bewusst traditionellen Geschmacksbild anbietet. Was die Weinfrauen unter dem Namen „Trollinger“ vorigen Herbst abfüllten, verdient durchaus das Prädikat „anspruchsvoll“.

Weinkenner Pit Falkenstein empfiehlt Maultaschen zum Trollinger. Foto: eco.oneLupe

Weinkenner Pit Falkenstein empfiehlt Maultaschen zum Trollinger. Foto: eco.one

Die Weinbruderschaft in Heilbronn lud im Juni vorigen Jahres zu einem Fest ein. Eine Gruppe schwäbischer Winzerinnen durfte ihre Weine vorzeigen und bekam auch artiges Lob. Später öffneten die Gastgeber teure Flaschen aus Frankreich und Italien, so als wollten sie sagen, dass es an der Zeit sei, endlich mal etwas Anständiges zu trinken.

Die Frauen sagten Ade. Nachdem der erste Zorn verraucht war, beschlossen sie, gemeinsam etwas für den Württemberger Wein zu tun, vor allem für den Trollinger, der nie ein großes Gewächs sein wird, der sich aber angenehm trinkt und anderswo nicht zu finden ist.

Spontan, ohne feierliche Statuten gründeten sie einen Kreis, der Weine von alten Reben und mit einem bewusst traditionellen Geschmacksbild anbietet. Rasch fanden die Winzerinnen einen Namen: „der Trollinger“.

Crina Fleischmann, eine befreundete Grafikerin, entwarf ein Etikett mit dem Titel „Eva ohne Schlange“. Danach ist das Urweib nicht vom Teufel verführt worden, sondern hat aus eigenen Stücken rebelliert und so „die Frucht der Wahrheit und Erkenntnis gewonnen“.

Was die Weinfrauen im vorigen Herbst abfüllten, ist durchgängig anspruchsvoll. Der angenehmste Tropfen kommt von Andrea Gruber. Die 28-Jährige, eine zierliche Eva mit langen schwarzen Haaren und fröhlicher Stimme, war 2004 Weinkönigin im Ländle.

Zusammen mit ihrem Mann Markus bewirtschaftet sie das Weingut der Schwiegereltern im Weinsberger Tal. Die beiden kennen sich schon von der Berufsschule her, sie studierten gemeinsam und bildeten sich in Neuseeland fort. Ihr Trollinger ist herrlich weich und rund, schmeckt saftig nach Himbeeren. Ein Hauch Mandel klingt auch an.

Was essen die Schwaben zu einem solch süffigen Tropfen? „Na was schon? Maultaschen natürlich!“ sagt Andrea Gruber lachend. Aus Wasser und Mehl einen geschmeidigen Teig kneten und möglichst dünn ausrollen. 15 mal 40 Zentimeter große Fladen ausschneiden. Darauf wird eine Füllung aus Wurstbrät (gibt’s beim Metzger), Hackfleisch, Eigelb und Spinat verteilt. Die Ränder mit Eiweiß bestreichen und das Ganze zusammenrollen wie eine Roulade. Die Maultaschen in Rinderbrühe kochen.

Was übrig bleibt, wird anderntags in Streifen geschnitten und in heißer Butter aufgewärmt. Schmeckt auch gut.

Der Trollinger

  • Jahrgang: 2007
  • Rebsorte: Trollinger
  • Anbaugebiet: Württemberg
  • Analyse: 12,4 ll Alkohol, 3,5 g Säure, 5,1 g Restzucker (pro Liter)
  • Trinken bis: Ende 2009
  • Preis ab Weingut: 6,90 Euro
Adresse
Weingut Gruber
Tannenhof
74182 Obersulm-Eschenau
Tel. 071 30/45 01 28
Fax - 45 01 29
info@weingut-gruber.de
www.weingut-gruber.de
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