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08.08.2008 
Falkensteins Weinprobe

Pülverchen für die Rebe

von Pit Falkenstein

Während seiner Ausbildung zum Weinbautechniker lernte Max Pfannebecker mit Bedacht auch bei einem Bio-Winzer. Vater Holker war davon anfänglich nicht so angetan, ließ sich aber nach und nach von der Naturbegeisterung des Sohns anstecken. Im vergangenen Herbst wurde die erste Ernte aus streng ökologischem Anbau eingebracht.

Weinkenner Pit Falkenstein. Foto: ArchivLupe

Weinkenner Pit Falkenstein. Foto: Archiv

Max Pfannebecker, 24 Jahre alt, sportlich-kräftig gebaut, möchte die Umstellung "nicht so hoch" hängen. Er lehnt alles Ideologische ab. Ein wenig Pathos darf aber doch sein. "Wir wollen das Beste vom Rebstock haben, also müssen wir dem Rebstock auch das Beste geben", zitiert er den Vater.

Auch wenn das Beste mehr Arbeit macht. Ein Beispiel: Gegen die Pilzkrankheiten Oidium und Peronospora wird ein Präparat ausgebracht, das klassischem Backpulver sehr ähnlich ist. Es schützt die Natur, wirkt gut, bleibt aber nicht lange haften. Jeder Regenguss wäscht es ab. Also müssen Vater und Sohn zwei- bis dreimal öfter spritzen gehen als die mit chemischen Mitteln arbeitenden Kollegen.

Ein witziger Wein vom vorigen Jahr ist die "Cuvée Rosé", entstanden nach einem Verfahren, das die Franzosen "saignée" nennen. Rote Trauben werden gemahlen. Wenn sie zu gären beginnen, tritt hellroter Saft aus. Der Kellermeister pumpt einen Teil der Flüssigkeit ab und verarbeitet ihn getrennt. Das hat zwei Vorteile: Der Rotwein wird konzentriert, hat am Ende eine dunklere Farbe. Einen feinen Rosé gibt?s dazu.

Vier verschiedene rote Trauben haben die Pfannebeckers im Anbau. Also gab es viermal Saftabzug. Die daraus entstandene Mischung bietet eine schillernde Fülle von Aromen. Damit können die Winzer sogar erfahrene Zecher verblüffen.

Ein kraftvoll-herber Duft steigt auf von Brennnesseln und Kardamom, aber auch von Rosen, Honig und Schwarzbrot. Zu schmecken sind Erdbeere, Pfirsich und Maraschino-Kirschen. Der weiche Trunk klingt lange nach. Am Ende bleibt eine Ahnung von Lebkuchen.

Das passende Gericht: Jetzt kommen die ersten Pfifferlinge. Die werden zu Kalbsschnitzel natur mit Sahne gereicht. Dazu schlicht Pellkartoffeln und reichlich Petersilie.

Cuvée Rosé

  • Jahrgang: 2007
  • Rebsorte: Spätburgunder, Schwarzriesling, Cabernet-Sauvignon, Merlot
  • Anbaugebiet: Rheinhessen
  • Analyse: 12,2° Alkohol, 4,8 g Säure, 6,6 g Restzucker (pro Liter)
  • Trinken: bis Sommer 2009
  • Preis ab Lager: 4,30
  • Adresse: Weingut Burgunderhof, Zum Neusatz 14, 67551 Worms-Pfeddersheim, Tel. 062 47/286, Fax - 90 52 87; www.weingutpfannebecker.de
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