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02.09.2008 
Millionengeschäft Fußball

Der neue Abramowitsch

von Sven Scheffler
Krösus: Sulaiman Al Fahim mischt die Premier League auf. Foto: APLupe

Krösus: Sulaiman Al Fahim mischt die Premier League auf. Foto: AP

Nachdem die Abu Dhabi United Group for Development and Investment für 260 Millionen den Premier League-Verein Manchester City erworben hat, kündigt der neue Boss Sulaiman Al Fahim hohe Ziele an. Wie der neue Krösus die Liga aufmischt.

HB DÜSSELDORF. Es gibt eine Steigerung zu Roman Abramowitsch. Sie heißt Sulaiman Al-Fahim und mischt seitdem Wochenende die britische Premier League auf. Selbst Kennern der an millionenschweren Gönnern reichen Kickerzunft auf der Insel hatten eine Steigerung der Milliardensubventionen von Roman Abramowitsch nicht für möglich gehalten. Mit seinen Ölmilliarden hatte er den Londoner FC Chelsea aufgepeppt und so die britische Premier League aufgemischt.

Am Wochenende kaufte Al-Fahim vom ehemaligen thailändischen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra die Mehrheit an Manchester City - 90 Prozent der Klub-Anteile für 260 Millionen Euro. Hinter Sulaiman Al-Fahim steht die Abu Dhabi United Group for Development and Investment, einer Investorengruppe hinter dem sich die königliche Familie des Emirats verbirgt. Der Deal wird den "globalen Fußball verändern", wie die Tageszeitung "Independent" prophezeit. Denn die 260 Millionen markieren nur den Beginn einer neuen Ära. In Manchester, in England und wohl auch in ganz Europa.

Denn bereits einen Tag später holte Manchester City, der kleinere, unbedeutendere Stadtrivale des britischen Meisters Manchester United, zum großen Schlag aus. Für rund 40 Millionen Euro, Rekord im englischen Fußball, schnappte Manchester City wenige Minuten vor Ende der Transferperiode dem FC Chelsea den Brasilianer Robinho weg. Bei Dimitar Berbatow ärgerte das kleine Manchester City den bislang schier übermächtigen Rivalen Manchester United gewaltig: ManU musste in letzte Sekunde nachlegen, um den Wunschspieler von Alex Ferguson für 38 Millionen Euro zu sichern.

"Wir wollen den Klub zum besten in England und einem der besten der Welt zu machen. Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es kein Limit", kündigte Al-Fahim bei der Übernahme der Mehrheit an. Leise, nur als Fußnote folgte ein Satz, der aufhorchen lässt: "Wir haben wirklich tiefe Taschen."

Für Ferguson, Abramowitch & Co. ist das eine deutliche Kampfansage. "Wir wollen, dass Manchester City in jedem Wettbewerb um den Titel mitspielt. Wir wollten Manchester City nicht, um nur in England Titel zu gewinnen, sondern auch in der Champions League", sagt der neue Besitzer. Die Jagd auf die nationalen und internationalen Trophäen soll ab der kommenden Saison beginnen. "Wir werden uns in Kürze mit dem Trainer zusammensetzen und die Spieler aussuchen, die er haben möchte. Die richtigen Spieler holen wir dann in den Club. Diese Saison soll einfach nur besser werden, als die letzte Saison. In der neuen Saison sind wir dann hungrig auf Titel", sagte Al-Fahim.

Landet der Scheich noch einen Transfer-Coup? Kein Geringerer als Manchester Uniteds Superstar Cristiano Ronalo soll im Winter verpflichtet werden. "Real Madrid wollte für ihn 110 Millionen Euro ausgeben, aber warum sollen wir für so einen guten Spieler nicht 165 Millionen ausgeben? Wir werden der größte Klub der Welt sein, größer als Real und ManUtd zusammen", sagt Al Fahim. Und auch Gomez steht auf dem Wunschzettel der Briten: "Wir haben Angebote für Villa und Gomez abgegeben. Ich warte, zu hören ob wir mit diesen erfolgreich waren oder nicht." David Villa hatte erst vor kurzem beim FC Valencia einen neuen Vertrag unterzeichnet. Auch Mario Gomez galt nach dem Abblitzen der Münchener Bayern bislang als unverkäuflich. Aber werden Valencia und Stuttgart den finanzstarken Arabern standhalten?

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