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23.01.2007 
Noch 500 Tage bis zur EM in den Alpen

Roadshow soll „Euromania“ wecken

Sehr kleine Stadien, zu wenig Tickets und noch keine rechte Begeisterung in der Bevölkerung: Genau 500 Tage vor dem Beginn der Europameisterschaft ist in Österreich und der Schweiz die erhoffte Fußball-Euphorie noch nicht ausgebrochen.

EM-MaskottchenLupe

Trix (l) und Flix sind die Maskottchen für die Fußball-EM 2008.

dpa HAMBURG. Die Organisatoren des größten Sportereignisses in den Alpenländern sehen sich aber auf einem guten Weg und geben weiter die WM 2006 als ihr Vorbild aus. „Genauso warm und gastfreundlich“ wie der große Nachbar Deutschland wolle man sich bei dem Turnier vom 7. bis 29. Juni 2008 präsentieren, sagte der Präsident des Schweizer Fußball-Verbandes, Ralph Zloczower. Und fügte an: „Alles läuft nach Plan.“

Ein ähnlich positives Zwischenfazit zog sein österreichisches Pendant Friedrich Stickler. „Fast alles läuft so, wie wir es uns wünschen. Und ich wünsche mir, dass Österreich in der Welt als das erlebt wird, was es ist: Als gastfreundliches, schönes Land“, sagte Stickler, der den Posten als Vorsitzender des Organisationskomitees in diesem Monat turnusgemäß von Zloczower übernommen hat. Die nicht von allen Seiten erwartete funktionierende Kooperation zwischen den Gastgebern gilt als positives Signal auf dem Weg zur EM in 17 Monaten. 32 Arbeitsbereiche haben die EM-Macher in ihren Plänen fixiert. „In 27 steht die Ampel auf grün“, sagte Zloczower. In den anderen fünf sei man zwar nicht so weit wie erhofft. Alarmzeichen will der Jurist aber nicht erkennen.

In beiden Ländern machten lange die Stadien Probleme. Mittlerweile sind aber Um- und Neubauten auch in Zürich und Klagenfurt auf einem vielversprechenden Weg. Neue Sorgen und Negativschlagzeilen gilt es jedoch zu verhindern, wenn im März der Verkauf der Eintrittskarten beginnt und der quantitative Mangel an Tickets offenkundig werden wird. Für die 31 Partien stehen etwas mehr als eine Million Karten zur Verfügung. Nur der Endspielort, das Wiener Ernst-Happel-Stadion, hat eine Kapazität von mehr als 50 000 Zuschauern. Sechs der acht Arenen haben nur ein Fassungsvermögen von 30 000 Besuchern.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Was für die EM viel zu wenig ist, ist für den Fußball-Alltag gerade in Österreich aber wieder zu viel.

Was für die EM viel zu wenig ist, ist für den Fußball-Alltag gerade in Österreich aber wieder zu viel. Schon jetzt wird über den Rückbau - und vor allem über dadurch entstehende Kosten - einiger Arenen nach dem Turnier öffentlich lamentiert. Wenig hilfreich für die Außendarstellung der EM-Macher war auch ein Rechtestreit um die Maskottchen „Trix und Flix“, die nicht nur durch die Namensgebung, sondern auch optisch an das Comic-Duo „Fix und Foxi“ erinnern.

Positive Signale in der Bevölkerung sollen durch die Imagekampagne „2008 - Österreich am Ball“ erzeugt werden. 2008 „Botschafter der Leidenschaft“ - darunter zahlreiche Personen des öffentlichen Lebens - sollen nun im Auftrag der Bundesregierung die Werbetrommel rühren. Zum Countdown-Tag am Mittwoch werden Fahnen in den Spielorten die Fans auf den EM-Start aufmerksam machen. Von Mai bis September soll eine Roadshow mit dem Namen „Euromania“ durch das Land touren.

In der Schweiz sind solche Aktionen offenbar nicht notwendig, auch wenn trotz der Begeisterung um den Aufschwung der „Nati“ öffentlich noch kein EM-Feuer brennt. Sogar sportliche Schützenhilfe gab es für Österreich vom Co-Gastgeber. Als die Stimmung um das Nationalteam nach Niederlagen gegen Ungarn und Venezuela im Herbst auf den Nullpunkt zu sinken drohte, gelang ein Testspielsieg gegen die Schweiz. Bei den Eidgenossen, im WM-Achtelfinale erst im Elfmeterschießen an der Ukraine gescheitert, tat diese Niederlage der Stimmung hingegen keinen größeren Abbruch. Nationaltrainer Köbi Kuhn wurde kürzlich immerhin sogar zum „Schweizer des Jahres“ gewählt.

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