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17.08.2006 

Ohnehin ist die Sache mit dem Spielsuchtschutz für manchen Verantwortlichen eine neue Überlegung: „Ich habe mich jetzt gerade nach dem Urteil, ich sage das offen, erst nach dem Urteil, so richtig mit der Frage beschäftigt“, gibt Gerhard Stratthaus zu, seit acht Jahren als Finanzminister Baden-Württembergs für den Bereich zuständig.

Noch gravierender: Im März gab das Bundesverfassungsgericht dem Gesetzgeber auf, bis Ende 2007 eine klare Rechtslage in Sachen Sportwetten zu schaffen. Bis dahin müsse Oddset über Spielsucht informieren und „unverzüglich“ jede Werbung unterlassen, die über die reine Information hinausgeht. Allein: Nach Zahlen der Marktforscher von Nielsen buchte Oddset im Juni, drei Monate nach dem Richterspruch, Werbung im Wert von 446 824 Euro – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Bei Oddset heißt es, der Werbeetat werde dieses Jahr um 20 Prozent runtergefahren, und man beschränke sich auf rein informative Darstellung. Woher die Nielsen-Zahlen, die tatsächlich so ermittelt wurden, stammen? Von der Konkurrenz natürlich: Sie wurden vom privaten Wettunternehmen Bet 3000 in Redaktionen verschickt. Der Krieg um Worte und Wetten ruft wohl im Herbst die EU-Kommission auf den Plan, verlautet aus Kreisen der Generaldirektion Binnenmarkt. EU-Kommissar Charlie McCreevy hat bereits gegen Deutschland und andere Mitgliedstaaten ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet. Die Behinderung der im Ausland legalen Wettfirmen verstoße gegen die Niederlassungsfreiheit im Binnenmarkt.

Und noch von anderer Seite droht Ungemach für die Bundesländer. Laut Teufelberger will nicht nur Bwin eine Schadensersatzklage über 500 Millionen Euro anstrengen. „Uns haben schon US-Anlegerschutzanwälte angerufen“, sagt er.

Sachsens Landesvater Georg Milbradt (CDU) soll sich von seinen Amtskollegen bereits die Zusicherung geholt haben, dass ein Schadensersatz gemeinsam getragen würde.

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