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24.08.2008 
Kritik nach desaströser Bilanz der Leichtathleten

Auf der Suche nach den Schuldigen

"Arrogant, hochnäsig, verantwortungslos" - nach dem verheerenden Abschneiden der deutschen Leichtathleten hat die Suche nach den Schuldigen begonnen. Cheftrainer Jürgen Mallow teilt tüchtig aus gegen den Deutschen Olympischen Sportbund und DLV-Ehrenpräsident Helmut Digel.

Für Mallow ein " Dummschwätzer":  DLV-Ehrenpräsident Helmut Digel. Foto: dpaLupe

Für Mallow ein " Dummschwätzer": DLV-Ehrenpräsident Helmut Digel. Foto: dpa

HB PEKING. Deutschlands Leichtathleten blicken auf trostlose Spiele zurück: Bis auf die Bronzemedaille von Christina Obergföll im Speerwerfen waren die deutschen Athleten ohne Chance.So schlecht hatten die deutschen Leichtathleten seit 1904 nicht mehr abgeschnitten. Für diese verheerende Bilanz haben Cheftrainer Jürgen Mallow und Vizepräsident Eike Emrich vom Deutschen Leichtathletik-Verband die Schuldigen ausgemacht:Den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und das Bundesinnenministerium (BMI). Fehlende finanzielle Mittel seien für die Olympia-Minusbilanz verantwortlich.

Medaillenspiegel: Welche Mannschaft in der Nationenwertung vorn liegt.

Mallow nannte Verhaltensweisen von BMI und DOSB "arrogant, entwürdigend, hochnäsig und verantwortungslos". Zudem bezeichnete Mallow den Ehren-Präsidenten Helmut Digel als "Dummschwätzer". Dessen Kritik an zu wenig Leistungsdiagnostik und Vorwürfe gegen einige Trainer wies Mallow zurück: "Michael Deyhle hat Betty Heidler schließlich zur Weltmeisterin gemacht." Digel habe keine Ahnung. Mallow nannte es ein "entwürdigendes Spiel", dass der DLV an das BMI Anträge schreiben müsse und ewig keine Antwort erhalte. Selbst jetzt sei noch keine Zusage über den Etat für das laufende Jahr da. Entwürdigend sei auch, dass es da einen ganzen Tag lang Gespräche über Haushaltsmittel gebe, und am Ende erfahre man dann, dass alles schon festgelegt gewesen sei. "Der DOSB geht arrogant und hochnäsig mit uns um. Die wollen Medaillen und tun dafür nichts", sagte Mallow.

Mallow kritisierte auch, nach der Athen-Pleite mit zweimal Silber 2004 habe der damalige DSB die Förderung bis 2007 um jährlich 600 000 Euro reduziert: "Schwach abschneiden und deshalb schlechter gefördert werden, das war die innere Logik dieses Systems." Dies habe sich zum Glück geändert.

Obwohl die Mittel für den DLV im Jahr 2009 auf fünf Millionen Euro steigen sollen, sei dies deutlich zu wenig. Mindestens das Doppelte wäre notwendig, um konkurrenzfähig zu sein, erklärte Mallow: "Wir brauchen vernünftige Bedingungen. Wenn BMI und DOSB uns weiter im Regen stehen lassen, gewinnen wir künftig mit viel Energie und Glück mal eine Medaille.

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