Beiden Künstlern sollte ein überzeugender Gegenentwurf zu der umstrittenen, vorzeitig abgesetzten "Parsifal"-Version von Christoph Schlingensief gelingen, die in den letzten Jahren auf der Riesenbühne des Festspielhauses zu erleben war. Die Titelpartie singt der junge britische Tenor Christopher Ventris, der als Wagner-Interpret schon große internationale Erfolge feiern konnte und nun auch die Bayreuther Bühne erobern will.
Von den Mitte Juni begonnenen Proben ist schon einiges über die Inszenierung bekannt geworden: Es wird eine Art Zeitreise vom Wilhelminismus über die Weimarer Republik, Nazizeit bis hin zum bundesrepublikanischen Wirtschaftswunder zu sehen sein. Festspielsprecher Peter Emmerich berichtet von einer "hervorragenden Stimmung" bei den Probearbeiten. Endlich wieder eine Inszenierung der Sonderklasse würde Bayreuth sehr gut tun, da sind sich alle Beobachter einig.
Abermals auf dem Programm der diesjährigen Festspiele stehen die düster-depressive "Tristan-und-Isolde"-Version von Regisseur Christoph Marthaler, dirigiert von Peter Schneider, und die letztjährige Neuinszenierung "Die Meistersinger von Nürnberg" von Katharina Wagner. Die musikalische Leitung wird wiederum bei Sebastian Weigle liegen.


