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01.11.2008 
Was kostet die Welt?

Aston Martin DBS: Muskeln im Smoking

von Matthias Thibaut

Seit Sean Connery in „Goldfinger“ einen Silver Birch DB5 fuhr, werden Aston Martins von Frauen regelmäßig zum „sexiest car“ gewählt. Und auch James Bond selbst liegt seit jeher hoch im Kurs beim weiblichen Geschlecht. Unser Autor hat sich an die original 007-Filmschauplätze begeben und nach weiteren Gemeinsamkeiten zwischen dem Aston Martin DBS und dem britischen Spion gesucht.

Zwei Womanizer Seite an Seite: Der Aston Martin DBS und Bond-Darsteller Daniel Craig. Foto: PRLupe

Zwei Womanizer Seite an Seite: Der Aston Martin DBS und Bond-Darsteller Daniel Craig. Foto: PR

Pünktlich um 11 Uhr parkt Hugh James Bonds Aston Martin neben einem zerbeulten Fiesta. Es ist, als hätte der Sonnenwagen des Apoll die falsche Abzweigung genommen. Die Kotflügel stülpen sich aus der Parkreihe, als ob Daniel Craig Muskeln spielen lässt. Aber alles so elegant, als sei das Kraftpaket in einen Smoking verpackt. Quantum Silver heißt die James-Bond-Spezial-Lackierung. Wenn es eine Fusion von roher Kraft und Eleganz gibt, steht sie jetzt vor meinem Haus.

Kann ich das Biest nachts auf der Straße parken? Der Wagen kostet 240 000 Euro. "Don?t worry, es ist nur ein Auto", sagt Hugh und drückt mir den "emotionalen Konnektor" in die Hand. Glatt und kühl wie ein großer Spielchip fühlt sich der Schlüssel an. Einschieben, drücken, die Maschine heult auf. Ein Bündel von Energie vibriert unterm Hosenboden. Herbstblätter wirbeln durch die Luft. Zwei Tage haben wir James Bonds DBS mit der italienischen Nummer 72 GH3L. 510 PS, von null auf 100 in 4,3 Sekunden, sofern man die sechs Gänge auseinanderhalten kann.

Seit Sean Connery in "Goldfinger" einen Silver Birch DB5 fuhr, werden Aston Martins von Frauen regelmäßig zum "sexiest car" gewählt. Nach einer Umfrage der Tesco Autoversicherung glauben vier von fünf Frauen, ein so kraftvoll motorisiertes Auto könne andere Mängel eines Mannes ausbügeln. Noch einmal drehe ich den Motor hoch. Doch nur der Straßenkehrer in seiner gelben Warnjacke wird angelockt. Englisch kann er nicht, aber er hebt zustimmend die Daumen. Es sind immer nur die Jungs, die winken, grinsen und rufen: "Rev it up - Dreh ihn hoch!"

Die erste Rüttelschwelle in der 20-Meilen-Zone nehmen wir hart, aber elegant. Dann würge ich vor dem polnischen Delikatessenladen den Zwölfzylinder ab. Als ich nervös den Konnektor wieder eindrücke, erscheint das Aston-Martin-Motto auf dem Display: "Power, Beauty, Style". Na ja. In "Casino Royale" crashte Bond den DBS gleich bei der ersten Ausfahrt mit siebenmaligem Überschlag.

Wir fahren auf der M4 in den goldenen Südwesten. Hier, in der Umgebung der Pinewood-Studios, wurden viele Bond-Filme gedreht. Autor Ian Fleming wuchs in Nettlebed bei Henley-on-Thames auf. Es ist Bonds Welt exklusiver Country-Clubs, herrschaftlicher Häuser auf weiträumigem Terrain, schneller Coupés, die durch malerische Country-Lanes kurven. Lords und Ladys wohnen schon lange hier. Neu hinzugestoßen sind russische Oligarchen, Scheichs und steinreiche Fußballer. Wenn irgendwo, dann kann man hier lernen, was es bedeutet, James Bonds Marke zu fahren.

Ein leichtes Tippen mit dem Fuß und wir preschen los. "Bis 90 Meilen pro Stunde kannst du gehen, ohne dass du ins Gefängnis kommst", sagt Paul, der Fotograf. Als klassenbewusster Schotte hält er wenig von schnellen Wagen und noch weniger von denen, die sie besitzen. Wenigstens 100 Meilen will ich probieren. Vor uns geben die Autos ehrfürchtig eine Gasse frei. Ich fühle mich wie Moses.

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