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12.10.2005 
Expansionspläne

Buchmesse: Mehr Asien und mehr Technologie

Der neue Direktor der Frankfurter Buchmesse Jürgen Boos ist auf Expansionskurs. Nach außen will die deutsche Bücherschau auf dem asiatischen Markt Fuß fassen, und nach innen soll der Bereich Technologie ausgebaut werden.

HB FRANKFURT/MAIN. Seit einem halben Jahr ist Juergen Boos Chef der weltgrößten deutschen Bücherschau und er hat große Pläne für die Frankfurter Institution. Sein erstes Ziel ist Asien. Die Frankfurter Buchmesse soll künftig verstärkt zur Plattform für den expandierenden asiatischen Markt werden: "Gerade in China entstehen im Moment neben den Staatsunternehmen viele private Verlage. Die müssen wir herholen", sagt Boos. Es gebe zwar verschiedene Buchmessen in Asien, aber es gebe keine umfassende Branchenplattform.

Darin sieht Boos seine Chance. "In Frankfurt soll sich Asien treffen, ob das Buchhändler oder Verleger sind." Vorstellbar sei auch, dass die Frankfurter Buchmesse zum Beispiel eine Kinderbuchmesse in Schanghai ausrichte. Zunächst müsse die Buchmesse eine Basis schaffen und vor allem das Angebotsspektrum erweitern. In diesem Jahr ist bereits Südkorea Gastland der Messe.

Boos? zweites Ziel ist es die Buchmesse zu verjüngen und die technologische Entwicklung stärker zu berücksichtigen. Die großen Buchhandlungen machen einen großen Teil ihres Umsatzes inzwischen mit dem Verkauf von DVDs. Deshalb soll die Buchmesse auch zur Medienmesse werden: "Beim Thema Buch geht es um Inhalte. Ob das nun Papier, E-Books, DVDs oder mp3-Files sind, ist egal", sagt Boos.

Auf der relativ kleinen Buchmesse in Japan spiele das gedruckte Buch inzwischen keine dominierende Rolle mehr, hat Boos beobachtet: "Bei 50 Prozent geht es um DVDs, E-Books oder mp3-Files zum Herunterladen sowie Technologien, die das ermöglichen."

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