Hat mal jemand Dornscheidts Schrift studiert, ein graphologisches Gutachten erstellt? „Nein, nie.“ Er selbst versucht es auch nicht bei anderen, räumt allerdings ein gewisses Interesse und eigene Beobachtungen ein: „So übertriebene Großbuchstaben oder Ausschläge bei Ober- und Unterlängen, da gibt es ja die tollsten Deutungen, mich stört das manchmal auch. Schrift sollte gleichmäßig sein, fließen.“
Dabei kommt es natürlich auch auf das richtige Werkzeug an. Dornscheidt hat zwei Lieblings-Füllfederhalter „weil die so schöne Federn haben“, der von Montblanc (auch die Marke seiner Manschettenknöpfe) und den Faber-Castell.
Notizen macht er am liebsten mit Bleistift. „Die müssen immer spitz sein“. Dafür sorgt eine wunderschöne altmodische handbetriebene Maschine, so eine kleine Drehorgel, von der Dornscheidt schwärmt: „Die hat ganz viele Einstellungen.“
Die Passion reicht bis ins Private. Dornscheidt schreibt Einkaufszettel. „Ich bin der einzige in der Familie, der Einkaufszettel schreibt. Am liebsten für Lebensmittel. Sieht man ja auch“, lächelt selbstironisch der stilvoll gekleidete Genießer, der seine Gäste gern in rheinische Restaurants einlädt.
Wem er mal was hinter die Ohren schreiben möchte? Da braucht der Boss, für den das Messegeschäft Mannschaftssport ist, nicht lange zu überlegen: „Allen jungen Leuten, die bei uns anfangen und sich mit Dienstleistung beschäftigen. Denen sage ich immer: Jeder, der kein Namenschild trägt auf dem Messegelände, ist ein potentieller Gehaltszahler. Und Freundlichkeit kostet nichts, bringt aber viel.“
Schönschreiben ja, aber nicht im übertragenen Sinne, zum Beispiel Zahlen schönschreiben wie es im Messegeschäft ja schon mal gern gemacht wird. Da winkt Dornscheidt entschieden ab: „Geht gar nicht, dafür werden wir in Deutschland auch zu streng kontrolliert. Außerdem bin ich kein Zahlenmensch. Ich besitze noch nicht einmal einen Taschenrechner. Das kann ich im Kopf.“ Außerdem schreibt er ohnehin immer nur „schwarze“ Zahlen, weil das seine Lieblingstintenfarbe ist. Vom Rotstift hält er nichts: „Das bringt meist nichts“.
Schreibt er Tagebuch? Nein. Vielleicht später mal seine Memoiren? Werner Dornscheidt winkt ab: „Ich glaube, so wichtig ist man nicht.“ Aber aufschreiben möchte er schon etwas: „All die lustigen kleinen Gegebenheiten im Messegeschäft, die jeden Tag passieren, auch und gerade im Ausland.“ Also vielleicht doch ein Buch, aber dann eben eines von Hand!

