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12.05.2006 
Deutscher Filmpreis

„Das Leben der Anderen“ räumt ab

Der Favorit ist seiner Rolle gerecht geworden: Der Stasi-Thriller „Das Leben der Anderen“ von Florian Henckel von Donnersmarck ist der große Sieger des 56. Deutschen Filmpreises in Berlin.

Die wird er so schnell nicht wieder hergeben: Florian Henckel von Donnersmarck mit der Lola. Foto: APLupe

Die wird er so schnell nicht wieder hergeben: Florian Henckel von Donnersmarck mit der Lola. Foto: AP

HB BERLIN. Der Stasi-Thriller „Das Leben der Anderen“ von Florian Henckel von Donnersmarck ist der große Sieger des 56. Deutschen Filmpreises in Berlin. Die Geschichte eines Stasi-Hauptmanns, der ein Künstlerpaar ausspioniert und sich dabei seiner eigenen Armseligkeit bewusst wird, gewann am Freitagabend insgesamt sieben der begehrten Auszeichnungen, unter anderem den Preis in Gold für den besten Film.

Insgesamt wurde der mit 2,845 Millionen Euro höchst dotierte Kulturpreis in Deutschland in 15 Sparten vergeben. Die rund 2 000 Gäste im Palais am Funkturm erlebten eine glanzvolle Gala mit einem witzigen Moderator Michael „Bully“ Herbig, der auch tanzte und sang. Den Filmpreis in Silber holten das Exorzismus-Drama „Requiem“ von Hans-Christian Schmid und die Sozial-Studie „Knallhart“ von Detlev Buck. Die als Mitfavorit gestartete Komödie „Sommer vorm Balkon“ und „Elementarteilchen“ gingen leer aus.

Zum besten Schauspieler kürte die Filmakademie Ulrich Mühe für seine Rolle als Stasi-Hauptmann in „Das Leben der Anderen“. Beste Schauspielerin wurde Sandra Hüller für ihre Rolle als vermeintlich vom Teufel besessene junge Frau in „Requiem“.

Emotionaler und rührender Höhepunkt der Gala war die Verleihung des Ehrenpreises an die Künstleragentin Erna Baumbauer. Die launige Laudatio für die sichtlich gerührte 87-Jährige hielt Bruno Ganz.

Sie sei dafür verantwortlich, dass die Gage der Schauspieler erhöht werde und halte ihnen bankrotte Produzenten vom Leib, sagte Ganz schmunzelnd. Sie sei „ein heller Stern am dunklen Firmament“, den sie alle liebten. Ulrich Tukur und Sebastian Koch stimmten einen Schlager im Stil der 20er Jahre zu Ehren der Ausgezeichneten an, die dann unter Standing Ovations auf die Bühne kam. „Wer hat mir das eingebrockt?“, fragte sie mit brüchiger Stimme. Sie habe für die Schauspieler doch nur ab und zu die Tür geöffnet.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) sagte in seiner Begrüßungsansprache, 2006 sei eines der besten Jahre des deutschen Films. Nach vielen Jahren des Selbstmitleides sei die Stimmung umgeschlagen. Gerade 2005/06 „haben wir eine enorm vielfältige Produktion. „Wir haben viele großartige Stars hier in Deutschland. Wir können stolz sein.“ Der Film sei nicht nur ein hohes kulturelles, sondern auch hohes Wirtschaftsgut.

Unter den 2 000 Gästen im Palais am Funkturm waren unter anderen Nadja Uhl, Moritz Bleibtreu, Hannelore Elsner, Alexandra Maria Lara und Otto Sander. Darüber hinaus schritten Ulrich Matthes, Sönke Wortmann, Robert Stadlober, Ulrich Mühe, Bernd Eichinger und Senta Berger über den Roten Teppich. Aus der Politik kamen auch Grünen-Chefin Claudia Roth und der CDU-Politiker Laurenz Meyer.

Das Preisgeld stammt aus dem Etat von Neumann und muss für die Produktion neuer Filme verwendet werden. Allein die Nominierung in der Kategorie „Bester Film“ ist mit jeweils 250 000 Euro dotiert.

Die Nominierungen für den Deutschen Filmpreis wurden zum zweiten Mal von der 2003 gegründeten Deutschen Filmakademie und ihren rund 700 Mitgliedern vorgenommen. Die Preisträger werden in ebenfalls geheimer Abstimmung von allen Akademie-Mitgliedern gewählt. Früher hatte eine unabhängige Jury aus Politikern, Kirchenvertretern und Kritikern die Preisträger gewählt.

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