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27.06.2008 
Kunstmarkt im Umbruch

Der Impressionismus triumphiert

von Matthias Thibaut

Ölbarone aus Russland und Nahost entdecken den Kunstmarkt - und sorgen für eine Verschiebung der Nachfrage. Dennoch präsentiert sich die Klassische Moderne stark wie nie zuvor.

51,7 Millionen Pfund zahlte ein Sammler für Claude Monets "Bassin aux nymphéas". Foto: APLupe

51,7 Millionen Pfund zahlte ein Sammler für Claude Monets "Bassin aux nymphéas". Foto: AP

LONDON. Mit dem Öl steigt der Kunstmarkt in stratosphärische Höhen. In den Londoner Moderne-Auktionen wechselten die Kunstwerke zu Höchstpreisen in die Sammlungen der neuen Superreichen, die nun wohl aus dem Bereich der Rohstoffgewinnler kommen. London zeigte, dass es dank der hier aktiveren Klientel aus Russland, Asien und Nahost immer besser mit New York mithält. Mit der Sammlung Miller wurde zum ersten Mal eine große amerikanische Spitzensammlung in London versteigert.

Es gab eine Reihe wichtiger Marktsignale: Der Impressionismus erlebte eine Marktrenaissance, nicht nur weil ein Nymphéas-Gemälde Monets den Sensationspreis von 41 Mill. Pfund brachte. Kunst des Kubismus und Futurismus wurde auf ein neues Preisniveau gehoben. Erst verdoppelte die Fürther Sammlung Hoh bei Christie?s mit 20 Mill. Euro ihre Schätzung. Dann folgte bei Sotheby?s ein sensationeller Rekordpreis für den Futurismus überhaupt, als Severinis "Danseuse" mit 15 Mill. Pfund (19 Mill. Euro) den Höchstpreis des Künstlers versiebenfachte.

Die Absatzraten waren stark wie seit Jahren nicht. Sotheby?s setzte in der Abendauktion über 90 Prozent der Lose ab und erlöste 102,2 Mill. Pfund, Christie?s kam auf 144 Mill. Pfund - das gab es bisher nur bei Contemporary-Auktionen. Halten die Sammler das Preis-Leistungsverhältnis bei den Impressionisten und Modernen für angemessener als im überreizten Contemporary-Markt?

Jahrelang zögerte Christie?s mit der Versteigerung der Fürther Sammlung Alfred und Elisabeth Hoh mit ihrer Fülle fast vergessener Avantgardisten. Aber das Aufblühen des Russlandmarktes hat die Perspektiven verändert. Russische Werke triumphierten: Wladimir Baranoff-Rossinés orphistisch-futuristischer Schöpfungsmythos "Rhythmus (Adam und Eva)", verdoppelte die Taxe auf 2,7 Mill. Pfund (3,4 Mill. Euro). Dann kam das sprühende Blumenbild von Natalia Gontscharow, das wie eine Anthologie die Stile der zeitgenössischen Kunstrevolutionen fusioniert und wieder musste der von Christie?s Deutschland-Chef Andreas Rumbler vertretene Bieter einen Rekordpreis von 5,5 Mill. Pfund bewilligen. Dann bezahlte er für Vera Rocklines kubistisches Werk "Kartenspieler" (1919), stolze 2 Mill. Pfund - bei einer Taxe bis 350 000 Pfund.

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