Auch die Störaktion des Kunsthändlers Bernd Göbel vor der Auktion konnte am Lauf der Dinge nichts ändern. Göbels Behauptung, er habe die Sammlung Hoh zusammengestellt und sei deshalb zu einer Gewinnbeteiligung berechtigt, entbehrt dem Sammler Alfred Hoh zufolge jeder Grundlage. "Soll er klagen." Er habe seine Geschäftsbeziehungen mit Göbel 1993 abgebrochen, sagt Hoh. Für Schmidt-Rottluffs "Der Garten" (1906), das Göbel ihm verkauft haben will, kann Hoh die 1990 an ihn ausgestellte Sotheby?s-Rechnung über 440 000 DM vorlegen. Nun brachte das Gemälde 1,6 Mill. Pfund.
Die Stärke von Hohs Sammelleidenschaft war, dass sie auch vor Vergessenem und Obskurem nicht halt machte. "Die Gontscharowa habe ich damals ja nur bekommen, weil sie kein anderer haben wollte", erzählt Hoh. Aber nun folgten die Bieter den Spuren des Sammlers: Von 80 Werken in den Tagauktionen gingen nur vier zurück. Das meiste wurde über Schätzung verkauft, die aber nur in 5 Prozent der Fälle über dem Einkaufspreis lag. Eines seiner liebsten Lose, die von ihm aufgespürten Umschlagszeichnungen William Wauers für den Ausstellungskatalog "Die Kunstwende" (1918), blieb mit 2 750 Pfund unter Taxe.
All das wurde aber von Monets "Bassin aux nymphéas" aus der Sammlung Miller überstrahlt. Noch nie erlebte man in London eine Bietschlacht, bei der auch bei über 20 Mill. Pfund noch fast ein Dutzend Bieter mit den Händen fuchtelten. Erst bei 30 Mill. Pfund begann der Einzelkampf zwischen der Kunstberaterin Tania Buckrell Pos und zwei Telefonbietern, die bei 36,5 aus dem Feld geschlagen waren. Mit Aufgeld bezahlte Pos? Klient 40,9 Mill. Pfund (51,6 Mill. Euro).


