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18.12.2007 

Ein Schiff ankert im Hafen des norwegischen Städtchens Stavanger. Foto: dpaLupe

Ein Schiff ankert im Hafen des norwegischen Städtchens Stavanger. Foto: dpa

Erst bittere Armut als Hafenstädtchen für den Heringsfang, dann Reichtum als Norwegens Metropole für das Nordsee-Öl und nun die Hoffnung auf ein bisschen Glanz als europäische Kulturhauptstadt: Stavanger ist mit gerade mal 117 000 Einwohnern nur ein Fünftel so groß wie die englische Co-Kulturhauptstadt Liverpool und hat deren Berühmtheit dank Beatles nichts entgegenzusetzen. Ganz bewusst haben die norwegischen Organisatoren deshalb, sowie wohl auch aus schnödem Geldmangel, auf ein Kulturprogramm ohne teure Superstars und spektakuläre Events gesetzt.

„Nein, vorläufig haben wir wenig Berühmtheiten. Wir setzen auf Bürgerbeteiligung und Neues“, meinte Pressechefin Bente Aae bei der Programmvorstellung in der viertgrößten Stadt Norwegens. Wegen mangelnder Popularität in der Bevölkerung mussten die Arrangeure auch bis zuletzt um ihren mit 300 Mill. Kronen (37 Mill. Euro) nicht unbedingt üppigen Etats kämpfen. Nun aber „läufts“. Am Ende kündigten auch König Harald V. und König Sonja nach einigem Zögern ihre Teilnahme zur Eröffnung am 12. Januar an.

Als Vorzeigeprojekt der Norweger gelten vier vor allem als „innovativ“ angekündigte Künstlergruppen, die jeweils über längere Zeit in der Stadt an Norwegens Nordseeküste arbeiten sollen. „Wir wollen keine Berühmtheiten, die aus Flugzeug klettern, mal eben auftreten und gleich wieder verschwinden“, sagte Aae zu heimischen Journalisten, die verwundert nach bekannten Namen im Programm gesucht hatten.

Und so stehen denn das Musiktheater Transparant (Belgien), die Gruppe Inbal Pinto Dance (Israel), das Oskarus Korsunovas Theater (Litauen) und die Puppenspieler von Handspring Puppets (Südafrika) ganz oben im Stavanger-Programm.

Daneben bieten die Norweger insgesamt 120 Veranstaltungen mit enorm breiter Streuung und oft stark regionalem Bezug an. Von den europäischen Blechblas-Meisterschaften über Projekte zur künstlerischen Landschaftsgestaltung bis hin zu Installationen in der Stadt sowie Sonderausstellungen im Petroleum-Museum, rund um die Öl- und Gasförderung in der Nordsee.

Vielleicht auch als kleiner Gruß an Liverpool steht bis zum Herbst ein Architektur-Projekt unter dem Titel eines Beatles-Liedes an: „Norwegian Wood“ über umweltfreundliches, innovatives Bauen mit Holz. Wie ein auffällig großer Teil des Programmes ist auch dieser stark in der Region verankert und wenig nach außen gerichtet. Vielleicht unbeabsichtigt auch ein Resultat der traditionellen Euro-Skepsis der Norweger. Zweimal schon, 1972 und 1994, hat die Bevölkerung den von der Regierung in Oslo unterstützen EU-Beitritt per Volksabstimmung abgelehnt.

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