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15.10.2008 

Auch der Literaturnobelpreis für Orhan Pamuk hat den Markt für türkische Autoren hierzulande kaum beflügelt. Woran liegt's?

Ich weiß es nicht. In jedem Fall gibt es eine Menge Autoren, die dem deutschen Leser gefallen könnten.


Was entginge ihm, wenn er sie nicht liest?

Amüsante und traurige Geschichten, wundervolle Sätze, Liebe, scharf wie Pfeffer, und Schmerzen, nie endend wie dahinfließendes Wasser.


Sonst noch etwas?

Jede Menge Ironie!


Wie würden Sie die Literaturszene der Türkei beschreiben?

Dynamisch und vielversprechend.


Und im Alltagsleben - welche Rolle spielt Literatur dort?

Bücherregale dekorieren die Wohnzimmer der Familien ganz prima.


Bisweilen scheint es, als empfände so mancher in der Türkei Schriftsteller als Bedrohung.

Ja, wenn du irgendetwas schreibst, was sich jenseits der offiziellen Lesart bewegt, kannst du alles erleben - von Beleidigung bis zur Bestrafung. Literatur kann aber weder Systeme direkt destabilisieren noch die Welt verändern. Das müsste nur mal irgendjemand den Offiziellen sagen.


Kann Literatur zumindest zwischen Kulturen vermitteln?

Sie kann vielleicht einen kleinen Beitrag leisten. Es sind aber vor allem politische Anstrengungen gefragt.


Der Debütroman "Zorn" von Murat Uyurkulak ist im Unsionsverlag erschienen.

Zürich 2008, 52 Seiten;19,90 Euro

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