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31.08.2006 
Kunstraub

Geraubte Munch-Werke wieder gefunden

Die weltberühmten Bilder „Der Schrei“ und „Madonna“ von Edvard Munch (1863-1944) sind wieder aufgespürt und unversehrt sichergestellt. Vor zwei Jahren waren die beiden Kunstwerke bei einem spektakulären Überfall auf das Osloer Munch-Museum geraubt worden.

Die Gemälde "Der Schrei" (l.) und "Madonna" von Edvard Munch aus der Sammlung des Munch-Museums in Oslo. Foto: dpa.Lupe

Die Gemälde "Der Schrei" (l.) und "Madonna" von Edvard Munch aus der Sammlung des Munch-Museums in Oslo. Foto: dpa.

HB OSLO. Wie die norwegische Polizei am Donnerstag mitteilte, habe man die Bilder „in ziemlich gutem Zustand“ am Nachmittag übernommen. Es sei kein Lösegeld oder Finderlohn ausbezahlt worden.

Bewaffnete und maskierte Männer hatten die 1893 und 1894 entstandenen Meisterwerke des frühen Expressionismus am 22. August 2004 aus dem Osloer Munch-Museum vor zahlreichen Augenzeugen einfach von der Wand gerissen und konnten mit der Beute in einem bereitstehenden Fluchtauto entkommen.

Oslos Kulturbürgermeisterin Gro Balas brach bei der Bekanntgabe des Fundes in Freudentränen aus und umarmte Polizeichef Iver Stensrud stürmisch. Sie sagte: „Es sieht ganz so, aus könnten wir diese Bilder schon bald wieder den Menschen im Munch-Museum zeigen. Ich bin unbeschreiblich glücklich.“ Stensrud gab an, die Echtheit der Bilder sei noch nicht mit letzter Sicherheit geklärt, man habe aber kaum Zweifel. Die Sicherstellung ohne irgendwelche Festnahmen sei Resultat einer „erfolgreichen Polizeiaktion“ und der Zustand der Meisterwerke viel besser als erwartet.

Der 1944 gestorbene Munch hatte den „Schrei“ 1893 und „Madonna“ ein Jahr später in jeweils mehreren Versionen gemalt. Der Wert der als völlig unverkäuflich geltenden Bilder wurde von der Stadt Oslo als Eigentümerin auf knapp 100 Mill. Euro beziffert. Unter Kunstexperten und in der Öffentlichkeit hatte sich mit zunehmendem zeitlichen Abstand zum Raub immer mehr Sorge breitgemacht, dass die Räuber ihre unverkäufliche Beute zur Verwischung von Spuren völlig zerstört und für immer beseitigt haben könnten.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Unersetzliche Kunstschätze im Tausch für eine mildere Strafe

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