1 Bewertung *****
12.11.2006 
BMW DesignworksUSA

Glaskugel-Design

von Andreas Kötter

Eine BMW-Tochter will heute schon wissen, wie wir morgen reisen, telefonieren, duschen und Auto fahren. Klingt ein wenig gewagt in einer Zeit, wo nächste Woche schon völlig unmodern sein kann, was heute vielleicht noch überhip ist.

Wagen der BMW 7er Reihe vor der Hauptverrwaltung der BMW Group. Bangles Modell ist das erfolgreichste der gesamten Reihe. Foto: dpaLupe

Wagen der BMW 7er Reihe vor der Hauptverrwaltung der BMW Group. Bangles Modell ist das erfolgreichste der gesamten Reihe. Foto: dpa

DÜSSELDORF. „Munich, Newbury Park, Singapore“ – das sind nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, die neuen Stationen für einen alten Werbespot von „Drei-Wetter-Taft“. Vielmehr standen die Städte letztes Jahr für eine recht vollmundige Erklärung einer Autofirma. Darin hieß es, BMW DesignworksUSA kenne die Kundenwünsche schon, lange bevor sich die Kunden möglicherweise überhaupt selbst über ihre Wünsche im Klaren seien.

Klingt ein wenig gewagt in einer Zeit, wo nächste Woche schon völlig unmodern sein kann, was heute vielleicht noch überhip ist. Folgerichtig wird aber der BMW-Chef-Designer Chris Bangle hausintern gepriesen als „einer der wenigen Designer, die es verstehen, eine in die Zukunft reichende Designphilosophie zu entwerfen“. Ein Schelm, wer da auf die Idee kommt, Bangle und BMW an die Reaktionen bei der Einführung der aktuellen Siebener-Baureihe 2001 zu erinnern.

Denn die zeugten damals davon, dass BMW dem Zeitgeist und damit auch dem Geschmack der Kundschaft zunächst tatsächlich weit enteilt war. Bangle galt seinen Kritikern eher als potenzieller Totengräber von BMW. Bangle-Design polarisierte, um es milde auszudrücken.

Doch das ist vorbei, die einst als „Haufen unkoordiniertes Blech“ gescholtene Luxuslimousine ist mittlerweile die erfolgreichste 7er-Reihe der BMW-Historie. Weiß „der Mann der Kurven und Kanten“ also vielleicht doch schon heute, was die Kunden von morgen brauchen oder gar wünschen?

DesignworksUSA gestaltet jedenfalls alles andere als nur Autos. Um den konzerneigenen Kleinwagen Mini herum wurde viel Beiwerk geschaffen, zum Beispiel Sonnenbrille und Armbanduhr. Eine ganze Produktfamilie entstand. Doch das war nur der Anfang. Denn für mehr als 60 BMW-fremde Firmen sind die Gestalter mittlerweile tätig, die meisten global agierende Unternehmen wie Adidas, Canon, Dell, Deutsche Bahn, Hewlett-Packard, Lufthansa, Motorola, Nokia, Samsung, Siemens oder auch Villeroy & Boch.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Airbus vertraut beim A350-Innendesign auf die BMW-Leute.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

Bildergalerien

zurück
  • Höher, schneller, weiter – in die Kri...

    Höher, schneller, weiter – in die Krise

    Mitten in der Finanzkrise protzt Dubai mit Superlativen. Anlässlich der Eröffnung der ersten künstlichen Insel vor der Küste Dubais mit dem Namen "The Palm Jumeirah" waren 2 000 geladenen Gästen aus aller Welt geladen. Serviert wurden 1,7 Tonnen Hummer, 4000 Austern un...Bildergalerie 

  • Piraten machen Somalias Küste unsiche...

    Piraten machen Somalias Küste unsicher

    Ein Drittel der Piratenüberfälle weltweit geht nach Angaben des Internationalen Seefahrtbüros auf das Konto der Seeräuber am Horn von Afrika. Allein 2008 wurden demnach 95 Schiffe von Piraten angegriffen, 39 Angriffe davon sollen "erfolgreich" gewesen sein. Einige Beis...Bildergalerie 

  • Mickey Mouse wird 80

    Mickey Mouse wird 80

    Mit "Steamboat Willie" war der erste Micky-Maus-Film am 18. November 1928 im New Yorker Colony-Theater über die Leinwand geflimmert. Mickey Mouse ist eine Erfolgsgeschichte sondergleichen. Die sprechende Maus ist Umfragen zufolge mit 97 Prozent bekannter als der Weihna...Bildergalerie 

vor