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12.11.2006 

Design dürfe nicht nur im Elfenbeinturm stattfinden. „Wäre es die Realität, dass sich nur elitäre Zirkel mit Design beschäftigen, dann würden wohl auch nur Schriftsteller Lesen und Schreiben lernen. Das aber ist zum Glück nicht der Fall.“

Er zieht Parallelen zur Gestaltung: „Heute kann jeder auf seinem PC Dinge erledigen, für die er noch vor einigen Jahren eine Druckerei oder einen Grafiker hätte beauftragen müssen. Design ist nicht nur ein ästhetisches, sondern auch ein funktionelles Erlebnis geworden. Eins, an dem heute jeder teilhaben kann.“

Und doch bleibt am Ende eine Frage, die Frage: Warum glaubt ein Unternehmen wie BMW, in Designfragen die Antworten auf Jahre im Voraus zu kennen, das aber in technischen und in Umweltfragen bisweilen um Jahre hinterherhinkt? Wie beim Rußpartikelfilter, der in französischen Autos schon zur Serienausstattung gehörte, als er hier zu Lande nicht mal für Geld und gute Worte zu bekommen war. Ablehnung, weil „nicht hier erfunden“?

Schöne, neue Design-Welten und die Gabe zur Prophetie ersetzen nicht immer die harte Arbeit eines Autobauers.


Chris Bangle

Chris Bangle gilt seit dem Anfang bei BMW 1992 als meist-diskutierter und -kritisierter Automobildesigner der Welt. Mit dem 2001 vorgestellten 7er-BMW stieß Bangle zum ersten Mal auf breite Ablehnung.

„Bangledesign“ wurde zu einem geflügelten Wort und stand für schlechte Gestaltung. Im Internet wurde gar eine Petition initiiert, um Bangle zu stoppen. Inzwischen ist sein 7er-Modell das erfolgreichste der gesamten Reihe.

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