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25.01.2008 

Podhoretz ist ein alter Hase im politischen und publizistischen Geschäft der USA. Vor kurzem sorgte er für Aufregung, weil er vehement einen Militärschlag gegen den Iran forderte, bevor dieser über die Atombombe verfügt. Seit Oktober 2007 ist Podhoretz außenpolitischer Berater von Rudolph Giuliani, der sich als Präsidentschaftskandidat der Republikaner aufstellen lassen will. Bisher hat er sich bei den Vorwahlen zurückgehalten. Seine große Stunde kommt am Dienstag, dann tritt er in Florida an.

In Giuliani sieht Podhoretz einen Garanten für das Festhalten an der „Bush-Doktrin“. Einem möglichen Machtwechsel in Washington steht er recht skeptisch gegenüber, könnte dieser doch wieder zu einer Richtungsänderung in der Außenpolitik führen, die er für fatal hält.

Dabei hat Podhoretz kein grundsätzliches Problem mit Demokraten. Die beiden demokratischen Präsidenten Roosevelt und Truman verehrt er zutiefst. Und da kann er sich mit Paul Krugman die Hand reichen. Aber während Podhoretz diese wegen ihrer Standhaftigkeit gegenüber Diktatoren bewundert, sieht Krugman in ihnen vornehmlich die Begründer und Bewahrer eines sozial gerechteren Amerikas, in dem Korruption und Vetternwirtschaft im Unterschied zu heute verpönt waren.

Der Princeton-Professor plädiert für eine Rückkehr zu den von Roosevelt und Truman verkörperten Werten: „Um den Irakkrieg mit Effizienz und Ehrlichkeit zu führen, so wie Franklin D. Roosevelt den Zweiten Weltkrieg führte, hätte man sich zumindest ein bisschen wie der New Deal verhalten müssen.” Eine Aussage, die vielleicht auch ein Neocon wie Podhoretz unterschreiben könnte.

Doch beide Autoren schwächeln in ihrer Argumentation, wenn es um das Bashen des jeweiligen politischen Gegners geht: Während Krugman überzeugend und faktengesättigt die sozialpolitischen Defizite beschreibt, wie sie in den USA an der Tagesordnung sind, ist seine Darstellung republikanischer Politik als eine große Verschwörung gegen die Mehrheit der Amerikaner reichlich platt.

Darin ähnelt er wiederum Podhoretz, der von einer „Radikalisierung der Demokraten” spricht und ihnen Heuchelei und Doppelmoral vorwirft. Auch das ist ziemlich mager. Sein Buch dagegen lebt von einer kraftvollen Sprache und vermittelt viel Wissenswertes über das Selbstverständnis amerikanischer Außenpolitik.

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