Etwas schneller kommt man auf Schloss Berg bei Deutschlands jüngstem Drei-Sterne-Koch Christian Bau zum Zuge. Bei ihm im saarländischen Perl-Nennig wird die Vorfreude nur fünf bis sechs Wochen auf die Probe gestellt.
Nahezu paradiesische Verhältnisse herrschen in Aschau bei Heinz Winkler mit gerade einmal zwei Wochen. Und das bei ebenfalls drei Michelin-Sternen. Vielleicht ist der mangelnde Ansturm die Erklärung dafür, dass Winkler sich kürzlich im ZDF unter Johannes B. Kerners Köche mischte.
Nehmen Gourmets den Verzicht auf einen Stern in Kauf, dann ist die Faustregel leicht zu merken: Zwei Sterne an der Restauranttür – zwei Wochen Wartezeit. Einzige Ausnahmen sind in dieser Kategorie das „Amador“ in Langen bei Frankfurt, der „Söl’ring Hof“ in Rantum auf Sylt und das „Kastell“ in Wernberg-Köblitz.
Manche Gäste lassen nicht locker und versuchen es mit einem Extra. Ulrike Thieltges, Gastgeberin im Eifler Waldhotel „Sonnora“ erinnert sich schmunzelnd an einen Gast, der ihr für ein Tischleindeckdich im ausgebuchten Restaurant 100 Euro zustecken wollte. „Aber ausgebucht ist ausgebucht. Wir haben zwölf Tische für 40 Personen, damit ist die Kapazität der Küche ausgereizt. Wir könnten auf einen der Nebenräume ausweichen, tun dies aber konsequent nicht. Denn am Ende würde die Qualität leiden.“
Ähnlich strikt wird auch im Restaurant „Dieter Müller“ verfahren. Zwar kann man dort mit etwas Glück auf der stets gepflegten Warteliste einen Nachrückerplatz ergattern. „Bevor die Tische eingedeckt sind, kann man vielleicht noch ein bisschen zaubern“, so Benedikt Jaschke, Resident Manager im Schlosshotel Lerbach, „aber wir halten niemals einen Tisch bewusst für Nachzügler frei.“
An diesen Spielregeln ändere sich nichts, egal, ob der Gast seine Rechnung aus dem Sparschwein begleiche oder mit der Centurion Card bezahlen wolle. Sagt der Resident Manager.
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