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06.09.2008 

Fünf Jahre ist es nun her, dass Berg und Wiedemann mit Florian Henckel von Donnersmarck das erste Mal über diesen Stasi-Film geredet haben. Damals waren sie noch relativ unerfahrene Kino-Produzenten, Henckel von Donnersmarck selbst noch weit davon entfernt, Deutschlands neuer Regie-Star zu werden. Allerdings hatte er da schon Steherqualitäten bewiesen. Denn ursprünglich sollte der Film von Peter Rommel in Berlin produziert werden. Doch Henckel von Donnersmarck wollte seinen Film unbedingt eine halbe Stunde länger haben als es der Produzent finanzieren wollte.

Kaum zu glauben: Es kam zum Streit und der Film landete über zwei Redakteure des Bayerischen Rundfunks bei Wiedemann und Berg. "Wir haben zwar nie an dem Film gezweifelt", sagt Berg, "aber es gab schon ein paar Monate, in denen wir schlecht geschlafen haben, als wir von vielen potenziellen Partnern eine Absage bekamen." Immer hieß es, es sei ein fantastischer Film, aber man glaube nicht daran, dass er kommerziell erfolgreich sein werde. Was frustrierend gewesen sein muss, da Berg und Wiedemann so sehr an den Film glaubten, dass sie sogar ein sehr großes persönliches Risiko auf sich nahmen und ihn vorfinanzierten. "Später kamen viele auf uns zu und sagten, das sei der größte Fehler ihres Lebens gewesen", erzählt Berg grinsend und guckt auf sein Handy. Spätestens seit dem Erfolg von "Das Leben der Anderen" gehören er und sein Kompagnon zu den gefragtesten Produzenten Deutschlands. Freizeit hat er kaum noch. Aber Filme machen sei ja auch keine Arbeit, findet er, sondern ein Lebensprinzip. Das Einzige, was er sich gönnt, sind Wochenenden am Tegernsee: Dann geht er erst auf die Berge, später in die Braustube.

Sein Job lässt sich kaum so konkret beschreiben wie die eines Regisseurs oder eines Schauspielers. Es gibt Produzenten, die sich stark in die künstlerische Gestaltung einmischen, während andere sich nur dafür interessieren, ob die Rendite ihrer Filme stimmt. Berg selbst war schon immer davon fasziniert, dass der Produzent exakt an der Schnittstelle zwischen Gestaltung und Geld operiert: "Man spricht mit Kreativen, Bankern, Investoren, Controllern, Autoren, Schauspielern und Juristen, alles Menschen, die man zusammen bringen muss." In ihrer Firma betreut Wiedemann eher die finanzielle Seite (er interessierte sich auch immer schon mehr für Zahlen) und Berg die kreative Seite. Er liest die Drehbücher, spricht mit den Regisseuren über die Umsetzung und mit den Schauspielern über ihre Rollen. Aber Berg und Wiedemann werden auch selbst inhaltlich aktiv, überlegen, worüber sie gerne mal einen Film machen würden, was vielleicht eine Überschrift wäre, unter der man einen Film schreiben könnte.

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