>Ganz offensichtlich gibt es dafür einen Bedarf. Fünf Millionen Menschen, heißt es, sind in Deutschland vom Yoga-Fieber befallen. Um des wachsenden Andrangs Herr zu werden, eröffnete Broome nach und nach drei Yoga-Studios in München, das jüngste davon im schicken Gärtnerplatz-Viertel ist knapp ein Jahr alt und mit seinem coolen, loftartigen Ambiente meilenweit von jeglichem Indien-Kitsch entfernt. Und die Schuhe, die im Eingangsbereich liegen – Yoga wird barfuß praktiziert – sprechen eine deutliche Sprache: Zwischen lässigen „Chucks“ und Puma-Sneakers stehen auch Flip-Flops von Miu-Miu, High-Heels von Jimmy Choo oder handgenähte Herrenschuhe.
Vor kurzem wurde eine Dependance in Berlin eröffnet – entgegen früheren Beteuerungen Broomes, nicht expandieren zu wollen. Mittlerweile schließt er schon nicht mehr so kategorisch aus, auch in Hamburg, Stuttgart, Zürich oder Wien aktiv zu werden.
Mittlerweile trainieren bei Broome fast genauso viele Männer wie Frauen – ein Verhältnis, das noch vor zwei Jahren undenkbar war. Das mag daran liegen, dass es bei Jivamukti mit ozeanischer Atmung, Lotussitz und Om-Shanti-Om-Gesang nicht getan ist. Die Jivamukti-Schule ist hart, konzentriert, schnell, schwungvoll und dynamisch. Wer bei der kurzen Meditation, die jede „Stunde“ einleitet, nicht abschalten kann, kriegt mit Sicherheit danach einen freien Kopf, denn die Bewegungsabläufe und Positionen sind so anstrengend, dass Nachdenken unmöglich wird.
Broome, der häufig selber unterrichtet, glaubt: „Wer hier einmal sein gesamtes Outfit durchgeschwitzt hat, wer minutenlang auf dem Kopf gestanden ist und es problemlos schafft, die Knie neben die Ohren zu stellen, der weiß, dass unser Yoga keine Häkelstunde ist.“


