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09.10.2006 
Erfolg für Fachbesuche und Verlage

Kulturfest Buchmesse

Die Buchbranche stagniert, doch die Frankfurter Buchmesse boomt. Die spürbar gute Stimmung auf der weltgrößten Bücherschau ist nicht zuletzt den Auftritten zahlreicher Prominenter sowie einer Ausweitung des Angebots zu verdanken. Immer mehr inszeniert sich die Messe als "Kulturfest".

Neben einem Ausstellerrekord konnten die Veranstalter Frankfurter Buchmesse rund 285.000 Besucher verzeichnen, am Samstag gab es sogar einen Rekord. Foto: APLupe

Neben einem Ausstellerrekord konnten die Veranstalter Frankfurter Buchmesse rund 285.000 Besucher verzeichnen, am Samstag gab es sogar einen Rekord. Foto: AP

HB FRANKFURT/MAIN. "Es ist toll gelaufen", sagt Messesprecher Thomas Minkus. Neben einem Ausstellerrekord konnten die Veranstalter der weltgrößten Buchmesse, die am Sonntag zu Ende ging, während der fünf Tage rund 285 000 Besucher verzeichnen, am Samstag gab es sogar mit mehr als 74 000 Besuchern einen Rekord. "Die Stimmung in den Messehallen war hervorragend", erklärte Buchmesse-Direktor Juergen Boos.

Auf die anhaltende Flaute in der Branche reagieren die Messe- Organisatoren mit einem überbordenden Programm. Eine Rekordzahl von rund 2300 "Akteuren" - vom Schriftsteller bis zum Fernsehmoderator - tummelt sich auf fast 2800 Veranstaltungen in Frankfurt. Auffällig dabei ist die wachsende Zahl von Prominenten aus Gesellschaft und Politik, die Bücher schreiben oder eher schreiben lassen.

Alfred Biolek ("Bio") ist es am Samstag auf der Messe kein bisschen peinlich, dass seine Memoiren ein "Ghostwriter" verfasst hat. Auch das Publikum nimmt keinen Anstoß daran. Aus dem Fernsehen bekannte Kritiker und Autoren wie Marcel Reich-Ranicki oder Elke Heidenreich werden auf der Messe vor hunderten Zuhörern wie Popstars gefeiert. Literaturnobelpreisträger Günter Grass, der sich der Kritik mit seinem Umgang zur Vergangenheitsbewältigung stellt, schart ebenfalls Menschentrauben um sich.

Beigetragen zum Publikumserfolg hat auch das Gastland Indien mit seinem Bollywood-Feeling und hochgelobten Neuerscheinungen, die sich nach Aussagen von Verlagen auch gut verkaufen. Shashi Taroor, redegewandter UN-Diplomat und Schriftsteller ("Bollywood"), gehört in Frankfurt zu den gefeierten indischen Autoren.

Der Messe geht es jedoch nicht nur ums Lesepublikum, sondern vor allem um die Fachbesucher und Aussteller. Für sie wurden ebenfalls neue Angebote geschaffen. Laut ersten Ergebnissen einer Befragung der Aussteller beurteilen diese vor allem die Zahl der Geschäftsanbahnungen äußerst positiv, wie die Veranstalter mitteilten. Bei den internationalen Ausstellern gaben demnach 35 Prozent der Befragten an, dass sie in diesem Jahr mehr Geschäfte auf den Weg bringen konnten.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Weltweit wichtigste Tauschbörse für den Lizenzhandel

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