Die Bilder in den lukanischen Gräbern waren nicht für die Nachwelt bestimmt, sondern dazu, den Toten ins Jenseits zu begleiten. Von diesem hatten die Lukaner eine vage Vorstellung, nicht weit vom Diesseits entfernt: Einer unverheirateten Frau malten sie eine Hochzeitsvase - mit dem Wunsch, sie möge im Jenseits heiraten. "In der Betrachtung der Bilder sollte Hoffnung für die Ewigkeit geschöpft werden", meint Andreae.
Paestum wurde etwa 600 vor Christus von den Griechen als "Poseidonia" gegründet. Mit der lukanischen Besiedlung im vierten Jahrhundert vor Christus wurde Poseidonia in "Paiston" umbenannt. Unter römischer Herrschaft verlor der Ort an Bedeutung. Im Mittelalter wurde der verlassene und versumpfte Ort aufgegeben und vergessen.
Über die Lukaner ist noch immer wenig bekannt. Literarische Zeugnisse ihrer Kultur haben sich kaum erhalten. "Auch darum stellen die Gräber von Paestum eine einzigartige Quelle dar, um Sitten und Gebräuche der damaligen Bewohner zu erkennen", erläutert Andreae.


