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30.11.2008 
Gutscheinbuch

Luups: Rabattheft und Szeneführer

von Gero Lawecki

Quadratisch, praktisch, bunt – das ist Luups, das Gutscheinbuch im CD-Format. Karsten Brinsa stellt darin angesagte Restaurants, Theater und Bars in 18 deutschen Städten sowie Wien vor und verhilft seinen Lesern obendrein zu einem Freigetränk. Gerade ist die fünfte Auflage erschienen.

Wer Luups für 16,90 Euro kauft, hält Gutscheine für Cocktails, Theaterbesuche oder das zweite Hauptgericht in Händen. Luups ist Rabattheft, Ratgeber und Szeneführer zugleich. Nach dem zweiten eingelösten Gutschein hat der Käufer den Preis meist wieder raus, und der Gastronom freut sich über die Werbung. Darauf gründet sich die Idee von Karsten Brinsa. Der 35-Jährige ist der Mann hinter Luups.

Aus Ablehnung wurde Inspiration. Dem Dortmunder fiel im Herbst 2004 ein Gutscheinheft in die Hände, das ihm überhaupt nicht gefiel. Langweilige Optik, nichtssagende Texte, wenig Auswahl. „Aufgelistet war nur, wo sich die Generation 50 plus schnell den Bauch vollfuttern kann.“ Mit solch plumpen Fressangeboten konnte Brinsa nichts anfangen. Jünger, trendiger und ästhetischer sollte ein Gutscheinbuch sein und die wirklich angesagten Clubs und Restaurants seiner Heimatstadt vorstellen. Außerdem sollten lokale Künstler die Chance haben, ihre Werke im Buch zu präsentieren. Im Oktober 2004 begann er, seine Vorstellungen umzusetzen, mit dem Ziel, noch vor Weihnachten im Handel zu erscheinen. „Das war natürlich total naiv“, gibt Brinsa im Rückblick zu.

Nur sechs Wochen Zeit blieben ihm damals, doch der Plan ging auf. Viele Dortmunder Gastronomen waren von der Idee angetan, befreundete Journalisten und Künstler halfen bei Texten und Fotos mit. Auch der Buchhandel wurde schnell gewonnen. Brinsa sprach die Verantwortlichen direkt an. „Egal, ob große oder kleine Läden, fast alle haben mitgemacht.“ Warum auch nicht, schließlich bot Brinsa seine Ware meist auf Kommission an. 5 000 Mal ließ der Jungverleger seine Erstausgabe (Luups „Dortmund 2005“) drucken, 1 500 Stück wurden verkauft. Genug, um die Druckkosten von 8 000 Euro und weitere Ausgaben zu decken und etwas Gewinn einzustreichen. Aus der bloßen Idee und dem Kunstwort Luups war innerhalb weniger Monate ein Erfolg versprechendes Geschäftsmodell geworden. Brinsa gab sein Architekturstudium an der Fachhochschule Dortmund auf, um sich ganz auf Luups zu konzentrieren.

Die nächste Ausgabe (Luups 2006) erschien bereits in zwölf Städten, darunter Essen, Köln, Hamburg und Leipzig. 2008 wurden gar 30 Städte vorgestellt. Grundregel: Nur eigenständige Gastronomen und Kulturschaffende tauchen auf, Restaurant- oder Kinoketten bleiben außen vor. Waren es anfangs noch Freunde und Bekannte, die in den jeweiligen Städten in der Gastro- und Eventszene für Luups recherchierten, so existiert mittlerweile ein festes bundesweites Autoren- und Kontaktnetz, auf das Brinsa zugreifen kann. Für die neue Auflage musste Brinsa, der in seinem Büro in der Dortmunder City zwei festangestellte Mitarbeiter hat, die Liste der Städte allerdings wieder verkürzen.

Geld von der Gastronomie gibt es nicht, Luups finanziert sich ausschließlich über den Verkauf. Die Standardauflage liegt bei 2 000 Büchern pro Stadt. Städte, in denen Luups im vergangenen Jahr schlecht lief, tauchen in der Ausgabe für 2009 deshalb nicht mehr auf. So hat sich die Liste auf 19 Städte verkürzt, Mannheim und Heidelberg zum Beispiel flogen raus. In Dortmund – dort liegt die Standardauflage bei 3 000 Stück – und Leipzig hingegen verkauft sich das Gutscheinbuch besonders gut. Seine Leser hat Brinsa identifiziert: „Es sind nicht unbedingt Studenten, eher junge Berufstätige ab 25 aufwärts.“

Brinsa hat in den vergangenen Jahren viel dazugelernt. Jedoch nur bedingt, wenn es darum geht, seinen Arbeitseifer zu drosseln. „Früher habe ich von neun Uhr morgens bis nachts ein Uhr gearbeitet.“ Mittlerweile, sagt er, sind es „nur“ noch zwölf Stunden täglich.

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