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29.11.2008 
Nobler Paketdienst

Luxushilfe für arme Reiche

von Claudia Bette-Wenngatz, Hildegard Josten und Brigitte Jurczyk

Ein Paketdienst der etwas anderen Art: Wer endlich mal rechtzeitig alle Weihnachtsgeschenke besorgen will, kann auf die Unterstützung von Nobelhotels bauen. Die gehen jetzt mit Ihnen einkaufen.

Einkäufe selber schleppen ist passé. Gegen ein entsprechendes Entgelt übernehmen Nobelhotels den Transport des Gekauften vom Laden ins Hotelzimmer. Foto: dpaLupe

Einkäufe selber schleppen ist passé. Gegen ein entsprechendes Entgelt übernehmen Nobelhotels den Transport des Gekauften vom Laden ins Hotelzimmer. Foto: dpa

Istanbul: Orient oder lieber Okzident?

Sicher wie eine Schlafwandlerin und stolz wie eine Fürstin schreitet Gamze Artaman durch das Gassengewirr im Großen Basar, der mit 61 Straßen und über 4 000 Geschäften ein eigener Stadtteil von Istanbul ist. Kaum einem Fremden gelingt es, sich hier ohne kundigen Führer zurechtzufinden. Deshalb ist ein Personal Shopping-Guide wie die junge Türkin Gamze in der türkischen Metropole ein Luxus, den sich jeder gönnen sollte. Das neu eröffnete Four Seasons Hotel Istanbul, direkt am Bosporus gelegen, bietet deshalb seinen Gästen diesen Service sofort bei der Ankunft an und garantiert damit ein „Rundum-sorglos-Paket“ für alle, die zwischen Orient und Okzident shoppen wollen. Einen halben oder einen ganzen Tag kann man im orientalischen Teil der Stadt in den Souks Gewürze, Teppiche, Leder und Keramik einkaufen – mit dem großen Vorteil, dass eine Führerin wie Gamze nicht nur die Qualität des Angebotes und den Unterschied zwischen Kunst und Kitsch am besten beurteilen kann, sondern als Einheimische beim Handeln eindeutig Heimvorteil hat.

Sie weiß auch die besten Designeradressen im angesagten Stadtteil Nisantasi und wo man in Beyoglu, dem pulsierenden Herzen des modernen Istanbuls, elegante Mode oder Kunst finden kann. Und sie chauffiert ihre Gäste vom Four Seasons Hotel auf Schleichwegen durch das Verkehrschaos der Millionenstadt zu den besten Shopping-Malls wie Akmerkez, Kanyon oder Istinye Park. Ohne sie wüsste so mancher Gast bis heute nicht, dass Arzu Kaprol, Özlem Süer oder Umit Unal als Designer in der Türkei so gefragt sind wie bei uns Dolce & Gabbana, Prada oder Gucci, dass Vakko vom Designerchic bis zur Schokolade die trendigsten Schnäppchen bietet und dass Beymen mit fünf Filialen das türkische Pendant zu Nobelkaufhäusern wie KaDeWe ist.

Rom: Unterwegs mit der Vespa

Erinnern Sie sich noch an die Filmszene, in der Audrey Hephurn als Prinzessin und Gregory Peck als rasender Reporter auf dem Roller Rom erobern? Wer es den beiden Stars aus dem Film „Roman Holiday – ein Herz und eine Krone“ gleichtun und auf eine ganz besondere Shopping-Tour in der Ewigen Stadt gehen will, checkt im Intercontinental de la Ville direkt an der Spanischen Treppe ein und bucht das Package „Dolce Vita auf der Vespa“.

Vier Stunden lang fährt ein Führer Sie dann auf dem Motorino kreuz und quer durch eine Stadt, in der Shoppoholics zu jeder Jahreszeit eine „Bella Figura“ machen können. Ganz ohne Parkplatzprobleme geht's zunächst gleich um die Ecke vom Hotel in die berühmte Via Condotti zu Gucci & Co. Dann weiter in die Via del Babuino bis zur Piazza del Popolo, da sind die Outfits ein wenig günstiger, ebenso wie in der Via del Corso bis zur Piazza Venezia. Die „Beute“ ist dabei kein Ballast – sie wird ins Hotel nachgeliefert. Zwischen Boutiquen, Schuhgeschäften, Antiquitäten- und Feinkostläden – allesamt wunderbare Weihnachtsgeschenkadressen – legt der Shopping-Guide auf Wunsch auch „Tankstopps“ für Espresso, Prosecco und Panini zur Stärkung ein. Wenn schließlich die Kreditkarte glüht, können Sie sogar noch auf Kultur-Trip gehen und eine Runde ums Kolosseum drehen...

New York: Shop-Hopping

Warm verpackt und den Cappuccinobecher in der Hand: So fängt der Weihnachtsbummel durch New York genau richtig an. Am besten gleich vor der Tür des SoHo Grand Hotels am West Broadway. Die charmante Herberge bietet zu Weihnachten zwei Varianten des „Bloomingdale’s Shopping Break Package“ – mit Annehmlichkeiten, von denen gestresste Geschenkesucher im Advent träumen: eine elektronische Giftcard für die in SoHo beheimatete Filiale des Kaufhauses (über 50 oder 200 Dollar), einen Termin mit dem dortigen persönlichen Einkaufsberater, eine Schönheitsbehandlung in der Kosmetikabteilung und der Entspannungsdrink im Café. Dass es dazu noch allerlei Geschenke mit dem Logo des Kaufhauses gibt, versteht sich von selbst. Und falls Bloomingdale’s nicht alles Gesuchte haben sollte: Die originellen und Designer-Boutiquen in den kleinen Straßen von Soho und Nolita haben es bestimmt. Street-Fashion-Gurus werden etwa bei „Anything“ an der Hester Street 51 fündig; die gefragtesten Designer-Labels gibt’s bei „Barneys CO-OP“ an der Wooster Street 116. Schöne Dessous hat „Kiki de Montparnasse“ an der Green Street 79, junge amerikanische Kunst offeriert „Opening Ceremony“, 35 Howard Street. Wer dann noch nicht genug hat, den bringt der Limousinen-Service des Hotels auch noch zur Fifth Avenue.

London: Satz und Sieg

Es muss sich um eine Hommage an die Männer handeln, dass im „Shop till you drop“-Paket des luxuriösen Londoner Hotels „The Cadogan“ der Zugang zum hauseigenen Tennisplatz und das kostenfreie Schläger-Ausleihen inbegriffen sind. Denn nach drei Tagen und zwei Nächten an der Sloane Street könnten auch die geduldigsten Einkaufsbegleiter ihre boutiquegestählten Nerven abreagieren müssen. Dafür aber werden am Ende dieser Shopping-Tour alle – wirklich alle! – Geschenke gefunden sein. „The Cadogan“ liegt nämlich an der Sloane Street zwischen Knightsbridge, Sloane Square und King’s Road in einem echten Konsumeldorado. Von Antiquitäten, Büchern, Mode, Schmuck, Spielzeug, Kunst bis hin zu schrägen Mitbringseln ist in diesem Areal alles fußläufig zu finden. Und zwischen den einzelnen Boutiquen liegen die Einkaufspaläste Harrods und Harvey Nichols, für die das Hotel in den beiden unterschiedlichen Shopping-Paketen „Christmas“ und „Shop till you drop“ Gutscheine ausstellt.

Paris: Parfum und Kaviar

Es gibt eindeutig Schlimmeres, als im funkelnden Cristalroom von Baccarat mit einem Geschenk empfangen zu werden. Auch eine Beratung in Sachen Edel-Parfum in einem der luxuriösen Läden von Annick Goutal bereitet eher Freude denn Frust. Wenn dann auch noch eines der berühmtesten Kaufhäuser der Welt – Printemps – einen wie einen echten VIP empfängt und die französische Nobelgourmetinstanz Fauchon einen speziellen Rabatt auf Foie Gras und Kaviar gewährt, weiß man, dass die Finanzkrise wenigstens über Weihnachten kurz aussetzt. Sechs der sieben Pariser Fünf-Sterne-Hotels der Concordegruppe haben sich dieses „Shop in the city“-Package ausgedacht, die Luxushilfe für arme Reiche. Das Erste-Hilfe-Programm in Sachen Geschenke beginnt gleich am Flughafen, wenn der Gast mit der Limousine abgeholt und ins Hotel chauffiert wird. Dort bekommt man ein Büchlein mit allen Nobeladressen, und dann geht’s los mit der Shoppingtour, bis der Weihnachtsmann kommt.

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