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22.05.2006 
Literaturkritiker

Reich-Ranicki beklagt schwaches Echo auf Kanon

Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki (86) ist nicht zufrieden mit der Resonanz auf seinen Kanon der deutschen Literatur. In dem Kanon hat Reich-Ranicki auch je eine Arbeit seiner hartnäckigen Kritiker Joachim Fest und Martin Walser aufgenommen.

Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki ist unzufrieden.Lupe

Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki ist unzufrieden.

HB BERLIN. „Bisher ist das Echo auf den Kanon eher dürftig oder doch eher schwach“, sagte er dem Magazin „Cicero“ (Juni-Ausgabe). Er habe sein Möglichstes getan.Zugleich räumte er Fehler und Schwächen in der Sammlung ein. So fehlten wichtige Bücher. „Ich habe zwanzig Romane ausgewählt, das ist viel zu wenig, das ist nicht gut. Ich hätte dreißig oder vierzig, mindestens aber fünfundzwanzig nehmen müssen“, sagte der Kritiker.

Dies sei aber aus Gewichtsgründen nicht möglich gewesen. Sonst hätte der Kunde mit einem Gepäckträger in den Buchladen kommen müssen. Dennoch sei er mit seiner Arbeit zufrieden. Denn zu Beginn der jahrelangen Arbeit habe er gezweifelt, ob er sie überhaupt zu Ende bringen werde. In dem Kanon hat Reich-Ranicki auch je eine Arbeit seiner hartnäckigen Kritiker Joachim Fest und Martin Walser aufgenommen.

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