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20.12.2005 
Weihnachten

Trend zu hochwertigen Weingeschenken

WeingeschenkeLupe

Der erste offizielle Wein für die Fußball-WM 2006.

dpa MAINZ. Die gediegene Holzkiste mit Wein-Probierset hat ausgedient. Der Markt für Weinpräsente bietet inzwischen vieles mehr - gerade zu Weihnachten. Zielgruppengerechte Geschenke und passende Verpackungen liegen im Trend und Kreativität ist gefragt.

Im Angebot gibt es unter anderem für die kalte Jahreszeit einen wärmenden ungarischen Rotwein samt Kugelkerzen, für Naschkatzen wird der edle Rote mit Bitterschokolade kombiniert. Ein interessantes Duo bietet etwa der Hanseatische Wein- und Sekt- Kontor (Hawesko) an: Unter dem Titel „Stollen und Sherry“ werden Dresdner Christstollen und eine Flasche Cream-Sherry im Set verpackt. Kreativ ist man auch bei den Präsentspezialisten von Kellermeister- Manns in Bottrop. Rotwein kombiniert mit einem Notebook-Ventilator soll die Technikfreaks unter den Weinfreunden ansprechen. Besonders knifflig wird es für Kunden von BA-RIC in Waldmohr (Kreis Kusel). Franz Geimer packt die Flaschen in alte Holzbalken oder Beton. Wie der Beschenkte sie da wieder herausbekommt, verrät er nicht.

Im umkämpften Geschenkemarkt können sich deutsche Weine nach Einschätzung von Experten gut behaupten. „Deutscher Wein hat sehr aufgeholt in den letzten Jahren“, meint Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut (DWI) in Mainz. Inzwischen gehöre es vielfach zum guten Ton, auch deutschen Wein in ein Geschenkset zu legen.

Diesen Trend bestätigt auch Prof. Dr. Dieter Hoffmann von der Forschungsanstalt Geisenheim. „Deutscher Wein spielt eine überproportional große Rolle“. Weinpräsente zu Weihnachten seien ein großer Wirtschaftsfaktor. „Wein als Präsent hat eine deutlich steigende Popularität erfahren.“ Drei bis fünf Prozent Anteil am Gesamtumsatz mache das Geschäft aus, von der Menge her sei es deutlich weniger, sagt Hoffmann.

„Ganz stark im Kommen sind auch Traubentresterbrände und Edelbrände“, erklärt Kurt Huber von der Württemberger Weinwerbung. Eine ansprechende Flasche sei da selbstverständlich. „Da ist manchmal das Behältnis so teuer wie der Inhalt.“ Angesagt seien auch Kombipackungen, die Wein und eine Süßigkeit wie Pralinen mit Weinmark verbänden.

Im Einzelhandel konzentriert sich das Geschäft auf die zwei Wochen vor dem Fest. „Wir sind für die Privatleute der letzte Rettungsanker“, sagt Reinhard Kroh, Inhaber und Geschäftsführer von drei „Weinrebe“-Läden in Marburg und Gießen. Auch er kombiniert gerne Wein und Feinkost, jeweils passend aus einer Region. Besonders Spanien sei stark im Kommen, beobachtet Kroh.

Schon immer großen Anteil am Präsentgeschäft haben Firmenkunden. Als Mittel zur Kundenbindung ist das Weingeschenk ein Klassiker. Die schwierige Lage vieler Betriebe habe hier nicht zu Rückgängen geführt, sagt Michael Dutzke von Hawesko. Vielmehr überlegten sich Unternehmen, welche Preisklasse für welchen Empfänger geeignet sei. „Wir vermuten, dass unsere Kunden sich gerade in schwierigen Zeiten vermehrt um ihre Geschäftspartner kümmern wollen.“

Ernst Büscher vom DWI rät, lieber weniger, aber dafür hochwertige Weine zu verschenken. „Wenn man die Vorlieben kennt, kann man sich darauf einstellen.“ Beliebt sei auch, zu einem Probierpaket ein Kochbuch mit passenden Rezepten zu legen. „Das Thema Wein und Speisen spielt ohnehin eine immer größere Rolle.“

Auch Dieter Hoffmann rät zu hochwertigen Weinen, wie beispielsweise deutsche Rotweine, die im Barrique ausgebaut wurden. Kombiniert mit edlen Etiketten, „damit der Beschenkte sieht, dass er etwas Besonderes bekommt“. Michael Dutzke von Hawesko empfiehlt Raritäten aus bestimmten Jahrgängen und Kombinationen aus Wein und Accessoires. „Etwas Außergewöhnliches eben.“ Zur Fußball-WM etwa gibt es jetzt schon Geschenke-Sets mit einem Mini-Tisch-Kicker und einem Wein mit WM-Label.

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