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03.07.2008 
Welterbe-Komittee tagt in Quebec

Unesco urteilt über Waldschlösschenbrücke

Mit einem Ritual kanadischer Indianer hat in Quebec die Sitzung des Unesco-Welterbe-Komitees begonnen, bei der neue Stätten nominiert und der Status des bisherigen Welterbes überprüft werden soll. Unter anderem werden die Experten über die Dresdner Waldschlösschenbrücke entscheiden.

Ein historischer Seitenraddampfer fährt in Dresden am Standort der geplanten Waldschlößchenbrücke vorbei (Archivfoto vom 25.06.2007). Foto: dpaLupe

Ein historischer Seitenraddampfer fährt in Dresden am Standort der geplanten Waldschlößchenbrücke vorbei (Archivfoto vom 25.06.2007). Foto: dpa

HB QUEBEC. Geklärt werden soll, ob die sächsische Metropole den prestigeträchtigen Unesco-Welterbetitel womöglich wieder abgeben muss. Das Komitee hatte im vergangenen Jahr dem Elbtal bei Dresden beim Bau einer Brücke mit dem Verlust des Weltkulturerbe-Titels gedroht.

Das Komitee stehe vor einer wichtigen Aufgabe, sagte der kanadische Umweltminister John Baird bei der Eröffnung der Tagung am Mittwoch: Es gehe darum, die Welterbestätten stärker in die öffentliche Aufmerksamkeit zu rücken und einen stärkeren Willen hervorzurufen, sie zu bewahren. Kanada sei stolz auf seine 14 Welterbestätten, sagte Baird. Die Tagung in Quebec fällt mit der 400-Jahr-Feier der Stadt zusammen.

Die 21 Mitglieder des Welterbe-Komitees werden bei ihrer Tagung bis zum 10. Juli neue Nominierungen und den Status jetziger Welterbestätten überprüfen. Gegenwärtig gibt es auf der Erde 851 von der Organisation anerkannte Erbetitel, die sich in 141 Ländern befinden. In Deutschland sind 32 Stätten als Kultur- und Naturerbe anerkannt.

Den Anstoß für die "Unesco-Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt" gab im März 1960 der geplante Bau des Assuan-Staudamms. Damit einzigartige Baudenkmäler nicht für immer in dessen Fluten verschwänden, rief die Uno-Sonderorganisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation dazu auf, den Felsentempel von Abu Simbel und andere Zeugnisse der altägyptischen Kultur für die Nachwelt zu retten. Die Konvention trat 1975 in Kraft und verpflichtet die teilnehmenden Staaten, das auf ihrem Gebiet befindliche Welterbe selbst zu erfassen, zu schützen und zu erhalten. Das von der Unesco erfasst Welterbe setzt sich daher aus dem "Weltkulturerbe" und dem "Weltnaturerbe" zusammen.

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