Profitieren Sie vom Produktionsstopp in Hollywood durch den mehrmonatigen Streik der Drehbuchautoren?
Wir profitieren nicht unmittelbar vom Streik. Auch die große programmkreative Industrie in Hollywood kocht nur mit Wasser. Schon im vergangenen Jahr wurde beispielsweise auf der Filmmesse L.A. Screenings deutlich, dass es auch dort nur selten gelingt, neue exportfähige Serien zu produzieren. Die Studios haben mindestens die zwei vergangenen Jahre nicht mehr an die Erfolge früherer Jahre anknüpfen können. Hier gilt es für die deutsche Produzentenschaft, mit guten Serienideen verlorenes Terrain zurück zu gewinnen.
Werden im diesen Jahr die L.A. Screenings aus Mangel an Produktionen ausfallen?
Ich denke nicht, denn die Piloten für die kommenden LA Screenings dürften schon weitgehend fertig produziert gewesen sein, als der Streik begann. Im Übrigen gehe ich davon aus, dass die Autoren trotz ihres Streiks nicht untätig bleiben, sondern insgeheim längst neue Drehbücher für Serien und Filme in der Schublade haben.
Die Berlinale ist Deutschlands einziges internationales Festival. Was gefällt Ihnen an der Berlinale?
Die Berlinale macht einfach Spaß. Sie ist ein Festival für das Publikum und holt viele internationale Filmfreunde in die Hauptstadt. Zudem hat die Berlinale durch den Talent Campus eine ausgezeichnete Nachwuchsbörse und mit dem European Film Market auch eine wirtschaftliche Bedeutung, die kontinuierlich wächst.
Was gefällt Ihnen nicht an der Berlinale?
Der Termin im Februar gefällt mir überhaupt nicht. Das Wetter in Berlin ist furchtbar. Im Sommer könnte sich die Filmstadt Berlin von ihrer schönsten Zeiten zeigen. Dann wären beispielsweise Filmvorführungen unter freiem Himmel möglich und die Stars müssten nicht so schnell über den roten Teppich in die Wärme flüchten.
...und wie stehen die Chancen für eine Verschiebung?
Dieter Kosslick wird sicherlich gute Gründe für den Verbleib im Februar anführen können und mich böse schelten, so etwas überhaupt anzuregen.

