Offiziell wurde zur Unglücksursache der Maschine der spanischen SAS-Tochter mit 164 Passagieren und neun Besatzungsmitgliedern an Bord zunächst nichts bekannt. Medienberichten zufolge könnte das Unglück dadurch ausgelöst worden sein, dass ein Triebwerk der zweistrahligen Maschine beim Start in Brand geraten war. Das Flugzeug zerbrach nach Berichten der Rettungsmannschaften nach dem Aufprall und brannte fast vollständig aus. „Das Wrack war total verkohlt und voller Leichen“, berichtete ein Helfer.
Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero brach nach der Katastrophe seinen Urlaub in Südspanien ab und eilte zum Madrider Flughafen und anschließend zum Kongresszentrum, das als provisorische Leichenhalle diente. Zapatero sprach von einer Tragödie. Am Kongresszentrum trafen unter Polizeieskorte zahlreiche Leichenwagen ein. Angehörige von Passagieren und Besatzungsmitgliedern wurden abgeschirmt von der Öffentlichkeit in einen Warteraum gebracht.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dem spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero auf dem Madrider Flughafen Barajas am Mittwochabend ihr Beileid ausgesprochen. Sie sei schockiert vom Ausmaß der Katastrophe und der Zahl der Toten und Verletzten und nehme Anteil am Leid der Familien, die ihre Angehörigen verloren hätten, sagte Merkel nach Angaben des stellvertretenden Regierungssprechers Thomas Steg.
Die zweistrahligen Maschinen von Typ MD-82 werden auf Mittelstreckenflügen eingesetzt. Sie bieten bis zu 170 Passagieren Platz und sind 925 Kilometer pro Stunde schnell. Sie werden vom US-Flugzeugbauer Boeing gebaut, der den ursprünglichen Hersteller McDonnell Douglas 1997 übernahm. Das Flugzeug ist bei vielen Regionalgesellschaften im Einsatz.
Die Spanair schreibt seit längerem rote Zahlen. Die Mutter SAS hat im Juli drastische Sparmaßnahmen und Stellenstreichungen angekündigt. Insgesamt sollen 15 Maschinen aus dem Verkehr gezogen, neun Flugverbindungen eingestellt und 900 Stellen gestrichen werden. Dadurch erhofft sich die SAS für 2009 eine Kosteneinsparung von 90 Millionen Euro. Bis vor kurzem hatte SAS vergeblich versucht, Spanair zu verkaufen. Wenige Stunden vor dem Unglück kündigten Spanair-Piloten einen Streik an.
TV-Bericht vom Flugzeugunglück bei Youtube
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