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09.11.2008 
Schwerstes Unglück seit Untergang der „Kursk“

20 Tote bei Havarie auf russischem U-Boot

Auf einem russischen Atom-U-Boot im Japanischen Meer ist es zu einem schweren Zwischenfall gekommen. Mindestens 20 Menschen starben bei dem Unglück, dem schwersten seit dem Untergang des Atom-U-Boots „Kursk“ im August 2000.

Das russische Fernsehen zeigte Bilder der "Nerpa", die nach dem Unglück einen russischen Marinestützpunkt ansteuerte. Foto: dpaLupe

Das russische Fernsehen zeigte Bilder der "Nerpa", die nach dem Unglück einen russischen Marinestützpunkt ansteuerte. Foto: dpa

dpa MOSKAU. Bei einer schweren Havarie auf einem russischen Atom-U-Boot sind im Japanischen Meer mindestens 20 Marineangehörige und Zivilisten ums Leben gekommen. Sie starben auf einer Testfahrt an einer Gasvergiftung, als an Bord des Jagd-U-Bootes „Nerpa“ (Robbe) das Feuerlöschsystem ansprang und das tödliche Kältemittel Freon ausströmte. Das teilte der zuständige Staatsanwalt Wladimir Markin am Sonntag mit.

Nach Marineangaben trat keine Radioaktivität aus. Bei dem Unfall am Samstag waren außerdem 21 Menschen schwer verletzt worden. Es war das schwerste Unglück seit den Torpedo-Explosionen an Bord des Atom-U-Boots „Kursk“, bei dem im August 2000 alle 118 Insassen starben.

Unter den Todesopfern auf der „Nerpa“, die zur atomar betriebenen Jagd-U-Boot-Klasse „Hecht“ (NATO-Bezeichnung „Akula II“) gehört, waren drei Marineoffiziere und 17 Zivilisten, darunter auch Konstrukteure und Techniker. „Das Boot ist technisch ohne Schaden. Der Reaktor funktioniert normal“, sagte der Sprecher der russischen Kriegsflotte, Igor Dygalo, auf einer vom Nachrichtensender „Westi“ übertragenen Pressekonferenz. Es sei keine erhöhte Radioaktivität festgestellt worden. Das Unglück ereignete sich demnach im Bug des Bootes, nicht im Heckteil, wo die atomaren Triebwerke sind.

Das Atom-U-Boot sollte von 2009 an für zehn Jahre mit einem Leasing-Vertrag der indischen Marine zur Verfügung gestellt werden. Präsident Dmitri Medwedew wies die Ermittler zur lückenlosen Aufklärung des Vorfalls an. Er sicherte den Familien der Opfer staatliche Unterstützung zu. Das Unterwasserboot machte am Sonntagmorgen im Gebiet Primorje am Stützpunkt Bolschoi Kamen rund 130 Kilometer von der Basis der russischen Pazifikflotte in Wladiwostok fest. Die Region liegt im äußersten Südosten des Landes.

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