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31.03.2008 

Die Mehrheit der Opfer leben inzwischen in neuen Häusern. Indonesiens Regierung hat Lapindo gesetzlich verpflichtet, den Betroffenen eine bescheidene Entschädigung für den Verlust von Haus und Grundstück zu zahlen, nicht aber für die Vernichtung der wirtschaftlichen Grundlage der Familien. In ihrer Not haben viele das Angebot akzeptiert, wohnen jetzt verstreut in Dörfern und Städten zur Miete. "Sie haben auch ihre Dorfgemeinschaft verloren", meint Win und ergänzt: "Sie haben keine wirkliche Zukunft."

Ajis und die anderen 680 Familien in dem Lager fordern, statt für Miete sollten die Mittel für den Kauf von Land und den Bau neuer Dörfer verwendet wenden, damit sie wieder leben und arbeiten können, wie sie es gewohnt sind. "Sie waren Reisbauern, kleine Handwerker oder haben ihren Lebensunterhalt durch einen kleinen Imbissstand verdient", erläutert Win. Für die wirtschaftlichen Schäden und den Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur, die der Internationale Währungsfonds auf bisher 3,7 Milliarden Dollar oder ein Prozent des indonesischen Bruttosozialprodukts schätzt, muss der Steuerzahler aufkommen.

Ajis und Muslikah laden mich zum Essen ein. Mir ist es unangenehm, mich von diesen armen Menschen verköstigen zu lassen. Win beruhigt mich: "Das ist hier Tradition. Wenn jemand zu Essenszeit zu Besuch kommt, dann wird er eben eingeladen." Während wir also gelben Reis, etwas Tofu mit Chilli und ein Stück Huhn zu Mittag essen, sagt Ajis: "Ich würde mir wünschen, dass die Regierung hart durchgreift und auf der Seite des Volkes stünde."

Damit sieht es schlecht aus. Nur wenige Tage vor meinem Besuch bei Ajis Anfang März hatte ein Parlamentsausschuss nach Anhörung von Wissenschaftlern, die ausschließlich die Erdbebentheorie vertreten, den Beschluss gefällt: Lusi hat eine rein natürliche Ursache, Lapindo trifft keine Schuld. In Indonesien stehen im kommenden Jahr Präsidentschafts- und Parlamentswahlen an - da stößt man dem einflussreichen und mächtigen Bakrie nicht vor den Kopf. In Sidoarjo war der Sozialminister seit Lusis Ausbruch übrigens noch nie.

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