1 Bewertung ****
18.07.2008 
Überprüfung aller 19 Atommeiler des Landes

800 Gramm Uran aus Atomanlage in Frankreich ausgelaufen

Bei einem erneuten Störfall in einer französischen Atomanlage sind am Freitag knapp 800 Gramm flüssiges Uran ausgetreten.

rtr PARIS. Eine Gefahr für die Umwelt und die Mitarbeiter bestehe aber nicht, erklärte der Generaldirektor der französischen Atomaufsicht (ASN), Jean-Christophe Niel, am Freitag nach einer Untersuchung des Werks in Romans-sur-Isere im Südosten des Landes. Die Behörde stufe das Leck auf der ersten Stufe der internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse ein. Die Skala umfasst die Stufen null bis sieben, wobei null die niedrigste Stufe darstellt. Die Betreiberfirma Areva hat die defekte Pipeline mittlerweile gesperrt. Es ist der zweite bekanntgewordene Störfall in Frankreich in diesem Monat.

Die undichte Stelle befinde sich an einem unterirdischen Rohr, das flüssiges Uran transportiere, teilte Areva mit. Der Riss an der Leitung sei vermutlich bei Arbeiten im Jahr 2006 entstanden, teilte die ASN unter Berufung auf das Unternehmen mit. Areva wollte noch am Freitag mit der Säuberung des betroffenen Gebietes beginnen. Umweltminister Jean-Louis Borloo zeigte sich bemüht, die Bevölkerung zu beruhigen. Eine Überreaktion sei unangebracht. Schließlich gebe es jedes Jahr 115 "kleine Unregelmäßigkeiten" in der französischen Atomindustrie.

Vor einigen Tagen war aus der Areva-Anlage Tricastin Flüssigkeit ins Erdreich und in einen Fluss ausgetreten, die nichtangereichertes Uran enthielt. Daraufhin ordnete die Regierung eine Überprüfung aller 19 Atommeiler des Landes an. Die Atomaufsicht kritisierte Areva für die Handhabung des Störfalls in Tricastin. Das Unternehmen habe die Meldung des Problems verzögert, zudem seien nur unzureichende Sicherheitsvorkehrungen vorhanden gewesen.

Das jüngste Leck ist eine neue Blamage für Areva. Der Konzern spielt eine wichtige Rolle bei den Bemühungen von Präsident Nicolas Sarkozy, französische Atomtechnologie weltweit zu verkaufen.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

Bildergalerien

zurück
  • Herr Schmidt, der Durchschnittsdeutsche

    Herr Schmidt, der Durchschnittsdeutsche

    Er heiratet im Alter von 32,6 Jahren, nennt seine Tochter Marie, fährt täglich ins Büro und macht am liebsten in Bayern Urlaub. Das aktuelle Jahrbuch des Statistischen Bundesamtes gibt tiefe Einblicke in das Leben von Otto Normalverbraucher. Bildergalerie 

  • Von Tränen, Eheglück und Nasenklemmen b...

    Von Tränen, Eheglück und Nasenklemmen bei Olympia

    Zwei Wochen lang präsentierten sich Athleten und Funktionäre bei den Olympischen Spielen in Peking der Welt. Welche Figur die Olympioniken in Peking machten – und wem das Gold für die außergewöhnlichste Performance gebührt.Bildergalerie 

  • Baggern für Gold

    Baggern für Gold

    Mit ihrem 108. Sieg in Serie haben Kerri Walsh und Misty May-Treanor beim olympischen Beachvolleyball-Turnier in Peking ihren Gold-Coup von Athen 2004 wiederholt. Impressionen vom Finale. Bildergalerie 

vor