Unter den Namen tummeln sich Computer- und Einzelhandelsmagnaten, einfache Erben oder Kunsthändler - eines haben sie fast alle gemeinsam: Die Finanzkrise an der Wall Street geht auch an den reichsten Amerikanern nicht spurlos vorbei. Die neue Forbes-Liste der 400 reichsten Amerikaner kennt zur Abwechslung nicht nur Gewinner.
Er ist der Superreiche unter den Superreichen. Zwar verringerte sich sein Vermögen um zwei Mrd. auf 57 Mrd. Dollar, doch nunmehr führt Bill Gates das Ranking das 15. Jahr in Folge an. Foto: ap
DÜSSELDORF. Jedenfalls ist das die Erkenntnis der jüngsten Rangliste der 400 reichsten Amerikaner, die das Magazin "Forbes" regelmäßig herausgibt.
Zwar führt Microsoft
-Gründer Bill Gates unangefochten das 15. Jahr in Folge. Aber die Börsenturbulenzen haben ihn ärmer gemacht - ein bisschen wenigstens: Sein Vermögen verringerte sich um zwei Mrd. Dollar auf geschätzte 57 Mrd. Dollar. Ein Trost für Gates: Dieses Schicksal teilt er mit vielen der Superreichen. Großinvestor Warren Buffett liegt zwar immer noch am Platz zwei der Liste, aber auch er musste Verluste hinnehmen. Sein Vermögen sank den "Forbes"-Angaben zufolge ebenfalls um zwei Mrd. auf 50 Mrd. Dollar. Andere mussten sogar noch größere Einschnitte ihres Reichtums erleiden. Etwa Sheldon Adelson, der Chef der Las Vegas Sands
Corp., der dank seiner gefallenen Casino-Aktien vom dritten auf den 15. Platz zurückgefallen ist.
Die jährliche Rangliste basiert auf Schätzungen und Rechnungen zum Stichtag 29. August. Neben Immobilien und anderen größeren Milliardärs-Vermögenswerten wie Flugzeugen, Kunstwerken oder Jachten fließen vor allem Unternehmens- und Aktienbeteiligungen in die Bewertung ein.
Gerade in den letzten Tagen könnten deshalb aufgrund der Kursstürze an den internationalen Börsen manche der Superreichen noch einmal etwas ärmer geworden sein. Fraglich, ob etwa Eli Broad, Platz 48, und Steven Udvar-Hazy, Platz 147, derzeit noch ihre - ohnehin verschlechterten - Platzierungen halten könnten. Beide sind Großaktionäre bei der amerikanischen Versicherung AIG
, die alleine am Mittwoch kurz vor Übernahme durch die US-Regierung noch 47 Prozent an Wert verloren hat.
Dass nicht alle Reichen noch reicher geworden sind, zeige deutlich, dass die Wirtschaft in Schwierigkeiten stecke, analysiert "Forbes". Allerdings schafften es trotz der Finanzturbulenzen 31 neue Namen in das diesjährige Milliardärs-Kompendium. Um auf die Liste zu kommen, war immerhin ein Vermögen von mindestens 1,3 Milliarden Dollar nötig. Damit gelangten 89 weitere amerikanische Milliardäre überhaupt nicht auf die Liste.
Im Gegensatz zu einigen Frauen: 42 Milliardärinnen nehmen dennoch weiterhin wenig Raum auf der Forbes-Liste ein. Durchschnittlich verfügen die 400 Reichsten über 3,9 Milliarden Dollar. Gemeinsam halten sie damit etwa 1,57 Billionen Dollar, mehr als das gesamte Bruttoinlandsprodukt Kanadas. Das sind etwa zwei Prozent mehr als 2007. In den vergangenen Jahren waren die Steigerungen weitaus höher ausgefallen.
Der Jüngste auf der Liste ist der Gründer des Internetportals Facebook, Mark Zuckerberg. Mit 24 Jahren hortet er bereits ein Vermögen von 1,5 Mrd. Dollar. Auch wenn er aller Voraussicht nach weitere Börsenkrisen erleben wird: Zuckerberg bleibt noch genug Zeit, das Feld von hinten aufzurollen. Zurzeit befindet er sich noch auf Platz 321.


