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18.09.2008 
Lebensmittelskandal weitet sich aus

Auch Milch und Joghurt in China verseucht

Der Lebensmittelskandal in China weitet sich aus. Jetzt musste die Gesundheitsbehörde einräumen, dass auch Milch, Joghurtprodukte und Eiscreme von der Verseuchung mit Melamin betroffen sind. Ein Sponsor der Olympischen Spiele in Peking ist ins Visier der Ermittler geraten.

Besorgte Eltern bringen ihre Kinder zur Untersuchung auf mögliche Gesundheitsschäden durch verseuchtes Milchpulver. Bislang starben vier Kinder an den Folgen der Vergiftung, mehr als 6000 Babys sind erkrankt. Foto: apLupe

Besorgte Eltern bringen ihre Kinder zur Untersuchung auf mögliche Gesundheitsschäden durch verseuchtes Milchpulver. Bislang starben vier Kinder an den Folgen der Vergiftung, mehr als 6000 Babys sind erkrankt. Foto: ap

HB PEKING. Der Milchpulver-Skandal in China hat sich auf Milch, Joghurtprodukte und Eiscreme ausgeweitet. Der gefährliche Zusatzstoff Melamin sei auch von einem Sponsor der Olympischen Spiele in Peking verwendet worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Donnerstag mit. Nach offiziellen Angaben starb ein viertes Baby an den Folgen der Nierenvergiftung, die die Chemikalie auslöst. Mindestens 158 Kleinkinder litten unter Nierenversagen, 6344 weitere Babys seien erkrankt, hieß es weiter.

Die Regierung von Hongkong ließ alle Produkte des Olympia-Sponsors Inner Mongolia Yili Industrial aus den Regalen nehmen, nachdem Melamin in acht von 30 Angeboten des Unternehmens festgestellt worden war. Insgesamt sind inzwischen 22 Firmen in den Skandal verwickelt. Zwei chinesische Unternehmen haben ihr Milchpulver zudem in den Jemen, nach Bangladesch, Birma, Gabun und Burundi exportiert. Die Aufsichtsbehörde habe die Firmen aufgefordert, ihre Produkte zurückzurufen, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums.

In der Provinz Hebei beschlagnahmte die Polizei 222 Kilogramm Melamin, das den Proteingehalt eines Produkts erhöht, aber Nierensteine und andere Organschäden verursachen kann. Zwölf weitere Personen seien festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Damit wurden im Zusammenhang mit dem Skandal nun insgesamt 18 Menschen in Gewahrsam genommen.

Der Milchpulver-Hersteller Sanlu sucht derweil noch immer nach 35 Tonnen des verseuchten Produkts, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Das Unternehmen, das zu 43 Prozent dem neuseeländischen Lebensmittelkonzern Fonterra gehört, hatte mit seinem verseuchten Milchpulver den Skandal ausgelöst. Das Produkt war vor allem bei ärmeren Eltern beliebt, weil es als zuverlässig, aber relativ billig galt.

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