Aldis Umsatz wuchs in den vergangenen drei Monaten im Vergleich zum Vorjahr um fast 20 Prozent, Lidls um mehr als zwölf Prozent, berechneten die Marktforscher von TNS
Worldpanel. "Die Leute dachten früher, dass Discounter Billigkram ist, aber in Deutschland gehen dort die schlauen Leute einkaufen. Im Vereinten Königreich fängt das jetzt auch an", sagte Tony Baines, Einkaufs-Chef bei Aldi in Großbritannien, der Zeitung "The Times". Pro Woche gehen angeblich eine Million Menschen mehr zu Aldi als im letzten Jahr.
Auch Tiefkühlkost ist gefragter denn je, weil billiger. Der Spezialist für Tiefgefrorenes, Iceland, verzeichnete in den letzten drei Monaten einen Umsatzsprung von 15 Prozent. "Bringt uns die Kreditkrise eine neue Eiszeit", fragte daraufhin eine Kolumnistin der Zeitung "Guardian" bange, um gleichzeitig Anweisungen zu geben, welche Nahrungsmittel tiefgefroren schmackhaft sind (Erbsen) und welche nicht (Tomaten).
Über die Kreditkrise kann sich in gewisser Weise auch die Wohltätigkeitsorganisation Oxfam freuen. Deren Läden machten im vergangenen Jahr sieben Prozent mehr Umsatz, rechnete Handelschef David McCullough vor. Im laufenden Jahr erwarten die Läden, die unter anderem gespendete Bücher und Kleidung billig verkaufen, gar einen Umsatzsprung von 20 Prozent auf mindestens 101 Mill. Pfund. Andere Modefreunde wechseln ihre Kleidung gleich auf der boomenden Internetseite fashionexchange.co.uk.
Wer trotz allem noch nicht genug gespart hat, der kann sein Kind bei einer Baby-Modelagentur jobben lassen: Das bringe pro Tag und Werbefoto immerhin fast 75 Pfund (rund 95 Euro), berechnete unlängst die Zeitung "Sunday Times".


