Der Zyklon „Nargis“ könnte nach Einschätzung eines US-Diplomaten 100 000 Menschen in Birma das Leben gekostet haben. Hungernde Menschen stürmten die wenigen geöffneten Läden. Nun gerät auch die Miltärjunta des Landes zunehmend unter Druck, auch von Seiten der Uno.
Durch den schweren Wirbelsturm "Zyklon" sind in den betroffenen Gebieten mehr als 95 Prozent der Gebäude zerstört worden. Foto: Democratic Voice of Burma
HB RANGUN. 95 Prozent der Gebäude in den betroffenen Gebieten seien zerstört, sagte Shari Villarosa, die Leiterin der US-Botschaft in Rangun. Die staatlichen birmanischen Medien bezifferten die Zahl der Toten am Mittwoch auf knapp 23 000, mehr als 42 000 Menschen galten demnach als vermisst. Rund eine Million wurden obdachlos. Hungernde Menschen stürmten im verwüsteten Irrawaddy-Delta die wenigen Läden, die nach der Sturmkatastrophe zum ersten Mal wieder öffneten.
Die Vereinten Nationen beklagten Behinderungen ihrer Arbeit durch die Militärregierung. Mitarbeiter vieler Hilfsorganisationen warteten schlicht auf Einreisevisa, teilte Uno-Sprecherin Elisabeth Byrs in Genf mit. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon rief die Junta auf, der internationalen Unterstützung den Weg zu ebnen.
Bildergalerie: Sturmkatastrophe im Militärstaat
Richard Horsey vom Uno-Büro für die Koordination Humanitärer Hilfe in Thailand sprach von einer „großen, großen Katastrophe“. Praktisch alle tiefer gelegenen Gebiete des Irrawaddy-Deltas stünden unter Wasser. In der Katastrophenregion würden Tabletten zur Wasserreinigung, Moskitonetze, Plastikplanen und Medikamente verteilt, sagte Hornsey. Allerdings seien weite Gebiete nur mit dem Boot zu erreichen. Nicht einmal per Hubschrauber könnten Hilfsgüter dorthin gebracht werden.
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